Perspektivisch komplexe Erzähltexte stellen die Literaturwissenschaft immer wieder vor eine schwierige Aufgabe. In dieser Arbeit wird daher das Phänomen der sogenannten "Multiperspektivität" auf der Grundlage narratologischer Erkenntnisse neu definiert und ein mehrteiliges Analysemodell für multiperspektivisch erzählte Texte entwickelt. Im Anschluss daran wird das Modell auf die Romane "Infanta" (1990) von Bodo Kirchhoff und "Melodien" (1993) von Helmut Krausser angewendet. Neben der Untersuchung der jeweiligen Textarchitektur ist hier die ästhetische Relevanz der Multiperspektivität für die beiden Gegenwartsromane von Bedeutung.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Dörte Hansen: Broder "Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…