Matthias Schwartz

Die Erfindung des Kosmos

Zur sowjetischen Science Fiction und populärwissenschaftlichen Publizistik vom Sputnikflug bis zum Ende der Tauwetterzeit
Cover: Die Erfindung des Kosmos
Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783631512258
Kartoniert, 195 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Die Studie beschäftigt sich mit der "Erfindung des Kosmos" anhand der populärwissenschaftlichen Publizistik und sowjetischen Science Fiction der Tauwetterzeit. Sie zeigt, wie infolge des ersten Sputnikflugs in populärwissenschaftlichen Zeitschriften sich ein Diskurs entfaltete, der nicht nur Kosmonauten, Weltraumreisen oder die Frage nach intelligentem Leben im All umfasste, sondern auch Kybernetik, Telepathie und "ungelöste Menschheitsrätsel" auf der Erde (wie Atlantis oder den Schneemenschen). Die Wissenschaftliche Fantastik (Science Fiction) jener Jahre entwickelte zeitgleich an den Kosmos gebundene Imaginationen zu "Faszinationsgeschichten" weiter, die sie zu einer der populärsten Literaturgattungen der Sowjetunion machten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2004

Sehr lesenswert findet Martin Lhotzky diese Studie von Matthias Schwartz, die sich mit der sowjetischen Science-fiction und populärwissenschaftlichen Publizistik befasst. Wie er berichtet, führt Schwartz in das Genre der Wissenschaftlichen Phantastik ("Nautschnaja Fantastika, NF") ein, indem er eine Reihe von populärwissenschaftlichen Magazinen mit klingenden Namen wie "Wissen ist Kraft" ("Znanie-sila") oder auch "Wissenschaft und Leben" ("Nauka i Cizn'") analysiert, die in der Sowjetunion offenbar recht beliebt waren. Die NF habe dem Autor zufolge verborgene Anteile der verdrängten Wünsche und Ängste der Stalin-Zeit sichtbar gemacht, "indem sie das Geheimnis in eine andere Welt als Unheimliches transformierte". Schwarz gelinge es, eine Abhängigkeit von äußeren Faktoren wie Ufos, die Suche nach Schneemenschen, Theorien über antike Begegnungen mit Außerirdischen etcetera für wissenschaftliche Forschungen und deren Verarbeitungen in der Phantastischen Literatur plausibel zu machen. Etwas bedauerlich findet Lhotzky nur das Fehlen eines brauchbaren Index' sowie die stellenweise schlampige Arbeit des Lektorats.
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