Der kanadische Medientheoretiker Marshall McLuhan hat bereits in den sechziger Jahren festgestellt, dass jeder Apparat, der etwas aufnimmt (recordiert), etwas Drittes, etwas Neues entstehen lässt, das vorher nicht da war. Etwa ein Schrift-, Bild- oder Tonstück. Jeder, der aufnimmt (recordiert), stellt neue Wirklichkeiten her. Toni Kleinlercher hat gemeinsam mit der Kunsthalle Wien Schriftsteller, Theoretiker, Wissenschaftler, Komponisten und Künstler eingeladen, ihre Codierungsanwendungen mittels eines jeweils dreißigminütigen Statements (sei es ein lautpoetischer Vortrag, eine Performance mit Musikversatzstücken, eine spieltheoretische Abhandlung mit Bildentwürfen, ein mathematisches Referat etc.) zur Schau zu stellen. Dies wird in diesem Band dokumentiert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.06.2001
Christiane Zintzen hält sich mit einem Urteil über dieses Buch weitgehend zurück und erläutert stattdessen, dass dieser Band "eine passable Anthologie der Kodizes jener künstlerischen Kräfte" ist, welche sich auf dem Wiener Karlsplatz über vierzehn Tage an einer multimedialen Performances beteiligten. Dass ein Buch dabei nicht nur aufzeichnet, sondern auch "aufhebt", ist dabei - wie die Rezensentin andeutet - kaum zu verhindern. Doch insgesamt scheint sie von dem Niveau des Buchs recht angetan. So hebt sie besonders die Texte von Heinz von Foerster ("einem der Väter der Kybernetik") und Siegfried J. Schmidt hervor, die ihrer Ansicht nach zeigen, "wie hoch man theoretische Latten legen kann". Allerdings sieht sie bei einigen Beiträgen auch die Grenze zur Realsatire überschritten.
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