Aus dem Niederländischen Bettina Bach. Die Zwillinge Hugo und Willem Adema könnten unterschiedlicher nicht sein. Der eine ist ein gefeierter Künstler, der andere leitet das vom Großvater aufgebaute millionenschwere Offshore-Imperium. Doch wer war dieser Großvater, der zuerst auf deutscher Seite kämpfte und sich dann dem Widerstand anschloss? Als seine verschollen geglaubten Tagebücher auftauchen, geht es für alle bald um viel mehr als nur die Vergangenheit. "Nirwana" ist ein schillernder Generationenroman über die bis in die Gegenwart wirkende Verschränkung von Wirtschaft und Faschismus, den Vormarsch der neuen Rechten und die Frage nach Macht und Ohnmacht der Kunst.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 25.07.2025
Rezensent Simon Sahner findet den Roman des niederländischen Schriftstellers Tommy Wieringa durchaus interessant: Der Protagonist, Maler Hugo Adema, versucht, seine Karriere als Maler zu retten, indem er die NS-Vergangenheit seines Großvaters aufdeckt. Ein Künstlerroman, in dem auch der Autor selbst als fiktionalisierte Figur auftaucht, was Sahner zufolge aber ein seltsam blasser Auftritt bleibt. Die Debatten zwischen Kunst, Nationalsozialismus und Familiengeschichte findet der Kritiker in seiner knappen Besprechung insgesamt durchaus spannend, hätte sich aber gewünscht, dass einige der Handlungsstränge besser auserzählt werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.07.2025
Ein großer niederländischer Unternehmer wird hundert Jahre alt - doch die Vergangenheit holt ihn ein. In Tommy Wieringas neuem Roman stößt ein Künstler-Enkel bei Recherchen zur NS-Zeit auf Hinweise, dass der verehrte Großvater nicht Opfer der Nazi-Besatzung, sondern Täter war. Rezensentin Cornelia Geißler zeigt sich beeindruckt von der Raffinesse, mit der Wieringa Erzählebenen, Familiengeschichte und Zeitdiagnose verwebt. Dass ein fiktiver "Tommy Wieringa" im Buch selbst recherchiert und im Wettbewerb mit der Hauptfigur steht, setzt laut Geißler einen "doppelten Boden" ein. Neben dem komplexen historischen Stoff verhandelt der Roman auch aktuelle Themen wie Populismus, Klimakrise und Misogynie, erklärt Geißler und fühlt sich an Philipp Oehmkes "Schönwald" erinnert. Die psychologische Dichte der Figuren ist hoch, der Aufbau vielschichtig, die Sprache präzise - und die Übersetzung von Bettina Bach, so Geißler, so gelungen, dass man "die Bilder vor Augen hat". Ein starker Roman über Schuld, Schweigen und Erbe, schließt die Kritikerin.
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