Tomasz Lem

Zoff wegen der Gravitation

Oder: Mein Vater, Stanisław Lem
Cover: Zoff wegen der Gravitation
Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2021
ISBN 9783447116220
Kartoniert, 148 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und aus dem Polnischen übersetzt von Peter Oliver Loew. Stanisław Lem (1921-2006) war ein Phänomen: Polens berühmtester Zukunftsdenker und Visionär, zugleich wohl der meistübersetze polnische Autor ins Deutsche. Sein Werk begeistert nach wie vor Millionen. Doch wie entstanden seine Bücher? Wie lebte er und wie war es, Sohn dieses ein wenig verschrobenen Intellektuellen zu sein? Tomasz, einziges Kind des Schriftstellers, hat sich seinem Vater nach dessen Tod vorsichtig genähert: Mit Erinnerungen, Anekdoten und Überlegungen zu einer komplexen Familienbeziehung. Es sind Aufzeichnungen voller Zuneigung und Distanz, die nicht nur einiges über den Schaffensprozess und literarische Inspirationen von Stanisław Lem erklären, sondern den genialisch-unnahbaren Denker auch in seinem Alltag zeigen und viele Einblicke in einen ganz persönlichen "Kosmos Lem" gewähren. Vom begeisterten Automobilisten zum Liebhaber guter Torten, vom "großen Kind" mit einem Faible für mechanisches Spielzeug zum verbissenen Autor großer Romane, verrückter Fabeln und Rezensionen nicht geschriebener Bücher - weit ist das Spektrum der Einblicke, die dieses Buch bietet. Gleichzeitig erzählt es von einigen Jahrzehnten polnischer Nachkriegsgeschichte: Vom vertriebenen Lemberger in Krakau, von den leeren Geschäften, von der Emigration nach Berlin und Wien und von der Rückkehr ins hassgeliebte Heimatland.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.09.2021

Rezensent Martin Sander liest die Erinnerungen von Tomasz Lem an seinen berühmten Vater Stanislaw in einem Rutsch durch. Der "freundlich-kritische", humorvolle Stil, mit dem der Autor das Leben seines Vaters und sein eigenes Revue passieren lässt macht Sander die Lektüre leicht, selbst wenn es um Lems Kriegstrauma und sein Leiden unter Stalinismus und Kommunismus geht. Anekdoten über die Skurrilität des genialischen Vaters im Alltag und Betrachtungen über die Gesellschaftskritik in Lems Sci-Fi-Geschichten findet Sander gleichermaßen spannend. Ein bisschen Interesse an Stanislaw Lem vorausgesetzt, meint der Rezensent.

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