Alfred Gall

Stanislaw Lem

Leben in der Zukunft
Cover: Stanislaw Lem
WBG Theiss, Darmstadt 2021
ISBN 9783806242485
Gebunden, 272 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Er gilt als Science-Fiction-Autor, weil seine Erzählungen über den Fortschritt von Technik und Wissenschaft in kein anderes Genre gepasst hätten: Stanislaw Lems Bücher faszinieren nach wie vor Millionen von Lesern und wurden vielfach verfilmt. Doch woher kam sein Interesse für Astronauten und Raumfahrt, für Nanotechnologie und künstliche Intelligenz? Alfred Gall stellt den Philosophen, Essayisten und Autor erstmals ausführlich in einer deutschsprachigen Biografie vor und zeigt, wo die Vorliebe für futuristische Szenarien ihren Ursprung hat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.09.2021

Wegweisend findet Rezensent Ulrich M. Schmid diese Biografie, mit der der Mainzer Slawist Alfred Gall das Leben des polnischen Science-Fiction-Autors Stanislaw Lem politisch, historisch und ideengeschichtlich nachvollzieht. Schmid rekapituliert ausführlich das Leben des jüdischen Arztsohns, der nach Holocaust und Kommunismus von einem Glauben an "die unfassbare Nichtigkeit des menschlichen Lebens" geprägt war. Schmid erfährt in dem Buch auch viel über Lems Ambivalenz gegenüber den sozialistischen Staaten, von denen er sich gern hofieren ließ, denen er aber letztendlich die Gefolgschaft versagte. Auch sein Verhältnis zu den Zukunftstechnologien blieb gespalten: So faszinierend er in in seinen Werken über Robotik, Kybernetik und künstliche Intelligenz schrieb, so misstrauisch blieb er, erfährt Schmid von Gall: E-Mails ließ sich Lem von seiner Sekretärin vorlesen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.08.2021

Rezensent Wolfgang Schneider bekommt Lust auf die Lektüre von Stanislaw Lems Werken mit Alfred Galls Biografie des großen polnischen Sci-Fi-Autors. Wie Gall den Zusammenhang von Leben und Werk herstellt, umsichtig, nüchtern, wie er Lems Technikkritik ergründet und die Romane literaturwissenschaftlich analysiert, findet Schneider gut lesbar und überzeugend. Lem erscheint plausibel als postapokalyptischer Schriftsteller, meint er. Eine gelegentliche Sprödigkeit des Buches nimmt er dafür gerne in Kauf.

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