Tiziano Scarpa

Amore

Erzählungen
Cover: Amore
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783803131652
Gebunden, 160 Seiten, 16,36 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Olaf Matthias Roth. Acht Liebesgeschichten aus Italien über Amore als gesetzlich geschützte Marke.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2002

Wer die acht Erzählungen des 1963 in Venedig geborenen Tiziano Scarpa lesen will, muss auf einiges gefasst sein, warnt Rezensent Holger Noltze. Denn in den Geschichten des neuen "Enfant terrible der italienischen Literatur" geht es heiß her, berichtet der Rezensent: Ein Papst gibt sich "dunklen Phantasien" über seine Haushälterin hin, eine Gruppe von Schwimmerinnen trainiert in den neuromagnetischen Hirnwellen eines jungen Mädchens, bis dieses aus verletzter Liebe ihre Energien verliert und die Schwimmerinnen in ein leeres Becken fallen, ein Mann zieht in seinen Penis um, bis sein Körper wegen der "außerordentlichen Erektion" aufgibt, der Penis den Mann aber noch um mehrere Tage überlebt. Die "stoische Coolness", mit der der "jungwilde" Scarpa diese Plots verarbeitet hat, wird sicher noch für einigen Aufruhr sorgen, glaubt Noltze. Scarpas "raffinierte", "belesene" und "kalkuliert geschmacklose Miniaturen" jedenfalls nehmen dem Leser jede Illusion über den "wahren Charakter" des "Markenartikels Amore", denkt der Rezensent. Für Noltze zählen diese "surrealen pulp-Arrangements" zweifellos zu den "interessanteren Erstauftritten" der neuen italienischen Literatur.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2001

Ein schmaler Band mit nur acht Erzählungen, die bei aller Knappheit zugleich etwas Überbordendes haben, so charakterisiert Michael Schmitt den Erzählband, der unter dem zunächst irritierenden Titel "Amore" herausgekommen ist. Amore scheint bei Scarpa in jedem Fall deftig, bizarr, verquer abzulaufen: in allen Geschichten entstünden aus banalen Alltagssituationen die unglaublichsten Verwicklungen, Verrenkungen und Verstrickungen im durchaus leibhaften Sinne des Wortes, berichtet Schmitt. Ein bisschen gehe es zu wie bei "Pulp Fiction", meint er, oder wie auf einem alten Jahrmarkt, auf dem erschröckliche Moritatensänger ihr literarisierendes bänkelhaftes Unwesen treiben. Rücksicht wird auf nichts und niemanden genommen, meint Schmitt - und "schon gar nicht auf den Papst".
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