Natalia Ginzburg

Nie sollst Du mich befragen

Erzählungen
Cover: Nie sollst Du mich befragen
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783803111968
Gebunden, 144 Seiten, 13,19 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Maja Pflug. Mit einer Haltung, die im Persönlichen die Welt erklärt, schreibt Natalia Ginzburg über große und kleine Themen: über die Wohnungssuche, die Psychoanalyse, über Kindererziehung, das Alter, das Zuhören, über kollektives Leben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.02.2002

Die Sammlung mit Erzählungen, die Natalia Ginzburg zwischen 1968 und 1970 in der Turiner Zeitung "La Stampa" veröffentlicht hatte, findet der Rezensent mit dem Kürzel "kru" ausgesprochen "aufrichtig" und "auskunftsfreudig", bekenne sich die Autorin darin doch freimütig zu ihrer Hingabe an die Faulheit, manchem wohltuenden Schlaf während einer Opernaufführung, ihren schlechten Erfahrungen mit einer Psychoanalyse und zu dem unschönen Zustand der Langeweile und Langsamkeit im Alter. Kurz und knapp bespricht "kru" diesen Band und kurz und knapp ist auch sein Fazit: Nicht nur dem Ginzburg-Verehrer legt er die Lektüre "wärmstens" ans Herz, sondern einfach jedem echten Liebhaber der Literatur und des Lebens.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.04.2001

Roland H. Wiegenstein ist überrascht. Überrascht davon, dass die italienische Schriftstellerin doch etwas über ihr Leben preisgegeben hat. In ihren Romanen, Erzählungen und Interviews hatte es die 1991 mit 85 Jahren verstorbene Autorin nämlich stets dabei belassen, allenfalls autobiografische Andeutungen zu machen, berichtet der Rezensent. 1970 erschienen ihre Feuilletons, die sie Ende der sechziger Jahre für die Tageszeitung "La Stampa" verfasst hatte, erstmalig in einer italienischen Ausgabe. Wiegenstein ist erfreut darüber, dass der Wagenbach Verlag nach und nach ungeachtet literarischer Konjunkturen das gesamte Werk von Ginzburg veröffentlicht. In den meisten Texten habe die Autorin ihr Denken hinter einem undurchsichtigen Schleier eines melancholischen Ernstes verborgen. Nicht so in den vorliegenden Feuilletons. Hier trete ihr Humor und ihr kaustischer Witz offen in Erscheinung. Die Zumutungen ihres Lebens beschreibe sie hier in einer Mischung aus stoischem Gleichmut und freundlicher Nachsicht, meint der Rezensent. Vielleicht, mutmaßt Wiegenstein, hat sie hier offener geschrieben, weil sie davon ausging, dass ihre Schriften der Vergänglichkeit einer Tageszeitung anheimfallen würden. Für ihre Schreibweise, ihre Sicht auf das Leben und ihre Moral seien sie jedenfalls bezeichnend, resümiert der Rezensent.
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