Aus dem Französischen von Katarina Grän. Casablanca im Juli 1955, kurz bevor sich die Kolonial-Herren aus Marokko zurückziehen. Es duftet nach Orangenbaum, Jasmin, nach Bougainvilleas. Das Gleiten der Buicks auf dem kochend heißen Teer übertönt den Gesang der Grillen. Im Eden wird "Viva Zapata" mit Brando gezeigt; im Vox geben sich in "Fluss ohne Wiederkehr" Mitchum und Marylin Zungenküsse... Ärgerlich nur, dass es in Marokko auch Einwohner gibt: patriotische Araber.
Die Stadt gleicht einem Pulverfass. Autos gehen hoch. Plastikbomben sind angesagt. Und die Europäer machen Jagd auf ihre arabischen "Freunde".
In dieser angespannten Atmosphäre wird die junge Spanierin Ginette schwerverletzt in eine Privatklinik eingeliefert. Sie wurde von dem Franzosen Georges Bellanger vergewaltigt. Seine Mutter, Chefärztin dieser Klinik, deckt die "kleine Verfehlung" ihres Sohnes und veranlasst den Zivilgouverneur, dessen Geliebte sie ist, den Arabern die Schuld in die Schuhe zu schieben. Dann kommt Manu, der Freund Ginettes, nach zwei Jahren Militärdienst wieder zurück nach Casablanca.
Elmar Krekeler steckt das Fieber an aus Tito Topins "ultrahocherhitztem" Noir. Bild und Text sparen nicht mit Grellheit, meint er, wenn der Autor das explosive Jahr 1955 in Casablanca Revue passieren lässt. Blut und Gedärme, Angst und Schmerz und das alles nicht in feinen Zeichnungen, sondern grell schraffiert, scharf ineinandergeschnitten, Farbe drüber, meint Krekeler. Um Klischees nicht verlegen, um Parteinahme auch nicht, zieht ihn das Buch rein, auch wenn es darin vor Druckfehlern wimmelt.
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