Jean-Patrick Manchette

Volles Leichenhaus

Roman
Cover: Volles Leichenhaus
Distel Literaturverlag, Heilbronn 2000
ISBN 9783923208432
Taschenbuch, 200 Seiten, 9,20 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Christina Mansfeld und Stefan Linster.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.12.2000

In einer Doppelrezension bespricht Robert Brack zwei Detektivromane von Jean-Patrick Manchette: "Volles Leichenhaus" und "Knochenjob" (beide Distel Literatur Verlag)
Brack erzählt zwar in kurzer Form die Handlung der beiden Romane, bewertet sie jedoch nicht einzeln, sondern erläutert dem Leser das Typische an den Detektivromanen Manchettes, in denen jeweils der "erfolgloseste Privatdetektiv aller Zeiten" Eugène Tarpon ermittelt. So erfährt der Leser, dass Manchette die französische Variante der "amerikanischen Hard-boiled-Schule" erfunden hat, die er im Frankreich der "Post-68-Ära" angesiedelt hat. Der Detektiv erscheint dabei, wie Brack erläutert, als Verlierer, der darüber hinaus nicht so ohne weiteres in eine Schublade zu stecken ist. Glaube an irgend etwas (auch an sich selbst) und Illusionen sind ihm abhanden gekommen. Auch um Aufklärung geht es in diesen Krimis nicht, stellt Brack fest. Es herrscht (so ist es nun mal auf der Welt) das "Chaosprinzip". Der Rezensent deutet an, dass er die anderen Thriller Manchettes für verwegener hält als diese Detektivromane, doch zum "Einstieg" für den Leser kann er sie durchaus empfehlen. Auch hier wird das seiner Ansicht nach für Manchette typische Nebeneinander von "politischer Paranoia und privater Verzweiflung" deutlich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.11.2000

Der Lesetip zum Wochenende von Fritz Göttler hört sich vielversprechend an: ein Krimi, aber keiner nach einfachem leicht durchschaubarem Handlungs- und Erzählmuster, denn der Autor, so Göttler, ist ein kinematographischer Autor, und: er "ist der große Desillusionist unter den französischen Erzählern." Zwar geht es auch hier, wie in jedem anständigen Krimi, um Mord, aber dass es nicht eigentlich um den Täter als vielmehr um diejenigen gehe, die durch das Verbrechen verändert wurden, werde schnell klar.

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