Der Umweltschutz liegt herkömmlich im Hoheitsgebiet der politischen Linken. Die Bedrohung der Natur ist ihr zufolge dem internationalen Kapitalismus, dem Konsumverhalten und der unbegrenzten Ausbeutung natürlicher Ressourcen zuzuschreiben. Roger Scruton entblößt dieses Grundverständnis als gefährlichen Trugschluss, der in sich zerstörerisch auf die Ökosysteme wirkt, von denen unsere Zukunft abhängt. Der konservative Denker würdigt traditionelle Prinzipien als offensichtlichste und wirksamste Mittel, den Erhalt unseres Planeten zu sichern. Lokalismus und Bürgerverantwortung schlagen dabei die Bemühungen schwerfälliger Nichtregierungsorganisationen und internationaler Komitees. Die Zukunft ist mitnichten gesichert, aber Roger Scruton beweist mit dieser gedankenreichen Schrift, dass ein Fortbestand des Ökosystems Erde möglich ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.02.2014
Obgleich Manuela Lenzen einiges an Bedenkenswertem entdeckt in diesem Band des britischen Philosophen Roger Scruton, etwas stört sie doch daran. Den Beispielen des Autors folgend, die zeigen sollen, wie ein starker Staat und Regulierung Naturschutz verhindern, beschleichen Lenzen bald Zweifel. Oikophilie, eine gutenmenschenartige Haltung des Bürgers gegenüber Natur und Heimat solls richten. Lenzen klingt das allzu muffig bzw. naiv und höchstens tauglich für das besitzende Bildungsbürgertum. Und die vom Autor aufgemachte Opposition zu den Umweltbewegten vermag sie auch nicht zu erkennen. Die, so meint Lenzen, riefen doch auch nach Bürgerbeteiligung.
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