Aus dem Englischen von Richard Barth und Jörg Pinnow. Mit 30 zum Teil farbigen Abbildungen. Tim Blannings Geschichte Europas erstreckt sich vom Ende des Dreißigjährigen Kriegs bis zum Wiener Kongress und zeichnet das Bild eines Zeitalters in tiefgreifendem Wandel - wirtschaftshistorisch, machtpolitisch, kulturell, militärisch. Neben großen Persönlichkeiten wie Louis XIV., Friedrich II., Napoleon, Voltaire oder Newton und den Eliten an Europas Höfen kommen immer wieder auch die Alltagssorgen und Nöte der niederen Stände in den Blick, die sich schließlich in der Französischen Revolution Bahn brechen sollten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2022
So viel vorweg: Tim Blannings Epochendarstellung der Jahre 1648 bis 1815 ist extrem gut lesbar, versichert Rezensent Andreas Kilb. Denn der bitische Historiker trifft genau die richtige Mischung aus Analyse und Anekdote, fährt der Kritiker fort, der hier den Alltag jener Jahre in allen Farben kennenlernt. Aber das ist nicht der einzige Vorzug des Buchs, das im Original bereits 2016 innerhalb einer Buchreihe zur europäischen Geschichte erschien, wie Kilb aufklärt. Wenn ihm Blanning hier von Friedenskongressen, dem "Zweiten Hundertjährigen Krieg" zwischen Frankreich und England, dem Scheitern Napoleons und vom Siegeszug der Briten erzählt, bewundert der Rezensent Blannings vorbildlichen Umgang mit seinen Quellen: Hier kommen Reisende und Dichter, Buchhändler und Seuchenopfer gleichermaßen zu Wort. Dass Blannings Weltbild anglozentrisch ist und dass dessen Betrachtungen über Kunst und Glauben nicht mehr ganz frisch scheinen, verzeiht er gern.
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