Wer ist eigentlich dieser streng blickende Mann, dessen Foto über dem Esstisch hängt? Tillmann Prüfer weiß wenig über seinen Urgroßvater - nur, dass er Anfang des 20. Jahrhunderts als Missionar in Tansania lebte und wenig Sinn für weltliche Zerstreuung hatte. Erst als sich seine Mutter in Afrika auf Spurensuche begeben will, fängt Prüfer an, nachzuforschen. Er erfährt nicht nur, dass sein Uropa einst in der Ferne sein Glück fand, sondern auch, dass er dort noch immer fast wie ein Heiliger verehrt wird. Und so wird aus dem Familienurlaub plötzlich eine höchst offizielle Angelegenheit, während der sich Tillmann Prüfer am Fuße des Kilimandscharo vor Tausenden Gläubigen wiederfindet, die auf weise Worte aus seinem so gar nicht heiligen Munde warten ...
Hört sich doch recht beschaulich an, was Frédéric Schwilden mit Tillmann Prüfer bei den Moshi in Moshi am Kilimandscharo erlebt. Der Rezensent hat jedenfalls nichts dagegen, wenn der Autor auf den Spuren seines Urgroßvater-Missionars mit Kind und Kegel nach Tansania reist und dort Ahnenforschung betreibt. Aber wirklich aufregend scheint das Buch auch nicht zu sein. Schwildens Erkenntnis, dass jeder einen Urgroßvater hat, über den sich erzählen lässt, hilft da auch nicht weiter. Immerhin: Prüfer hat Witz und erzählt seine Geschichte mit der nötigen Grandezza, meint Schwilden.
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