Aufgeschrieben von Matthias Kuhn. Fünfzig Jahre sind ins Land gegangen, und dieses Kabarett hat nichts von seinem Glanz und seiner Bedeutung verloren. In all den Jahren haben die Lach- und Schießer sich kritisch mit Politik und Kultur, mit Kirche und Staat, mit den Lebensgewohnheiten der Deutschen beschäftigt. Der Journalist und Kabarettkenner Matthias Kuhn hat im Auftrag des Herausgebers Till Hofmann die an Höhe- wie an Tiefpunkten nicht arme Geschichte dieses Münchner Kabaretts aufbereitet. In fünf Kapiteln lässt er die wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Situationen eines halben Jahrhunderts Revue passieren und durch viele Originaltexte lebendig werden. Einige Wegbegleiter kommen zu Wort, andere werden geehrt, und Szenenfotos, Plakate, Rezensionen und die Karikaturen des "Hauszeichners" Dieter Hanitzsch runden den Rückblick auf dieses Phänomen in der Münchener Ursulastraße 9 ab.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2006
Alles in allem versammelt die Schrift zum fünfzigsten Geburtstag der Münchner Lach- und Schießgesellschaft all das, was man sich von dem Jubiläumsband einer bundesrepublikanischen Nachkriegsinstitution erwarten darf, findet Rezensent Thomas Thieringer: vom chronologischen, aber unterhaltsamen Rückblick auf die Gründungsjahre während des Kalten Krieges bis in die "verlängerte" Gegenwart, wie das aktuelle Programm betitelt ist; von der Verknüpfung politischer Ereignisse mit kabarettistischem Programm, von Zitaten, Grußadressen und Würdigungen prominenter Kollegen und Politiker, von Dieter Hildebrandt und Willy Brandt, und des weiteren mehr. Wenn nur der Puzzle-Charakter nicht ab und zu überhand nähme, ärgert sich der Rezensent, so dass die Beschreibung der frühen Jahre "etwas von einer Digest-Fassung" habe. Und richtig gestört hat Thieringer der überspannte Satzbau, der wohl auf ein fehlendes Lektorat zurückgeht.
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