"Wer lacht, lebt länger!" hiess einst ein Programm des Zürcher Cabaret Federal. Der Satz steht hier für die Geschichte einer ganzen Theatersparte, die in der Schweiz eine große und - im Gegensatz zum deutschsprachigen Ausland - ungebrochene Tradition hat: das satirische, politische, zeitkritische Kabarett, meist etwas despektierlich als "Kleinkunst" bezeichnet, das aber alle Ingredienzen grossen Theaters birgt: Komödie und Tragödie, Tanz und Pantomime, dazu Chanson und Schlager, Unterhaltung, Show - und von allem zugleich auch die parodistische Verkehrung. César Keiser hat zusammen mit seiner Partnerin Margrit Läubli die schweizerische Cabaretszene während vier Jahrzehnten massgeblich mitgeprägt. Seine Geschichte des Cabarets führt uns von den cabaretistischen Anfängen im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts über das legendäre Cabaret Voltaire, Erika Manns Pfeffermühle bis hin zur zeitgenössischen Cabaret-Szene der Schweiz.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2000
Gerda Wurzenberger hat etwas übrig für Nostalgie. Und davon gibt es in diesem Band, den die Rezensentin überschwänglich lobt, gleich doppelt: in Wort und Bild. Die vom Autor für seine Autobiografie gewählte Form des Jahrhundertrückblicks auf die Geschichte des Kabaretts erscheint Wurzenberger adäquat, ist doch das Kabarett ein Kind dieses Jahrhunderts, wie sie sagt. Dementsprechend sei denn auch ein großer Teil des Buches dem Schweizer Gruppenkabarett gewidmet, der "Pfeffermühle" und den Dadaisten. Was den Autor selbst betrifft, so lässt uns Wurzenberger wissen, dass er bemüht sei, die Notwendigkeit des kritischen Kabaretts zu erweisen und es vom Comedy-Nonsens zu distanzieren. Und weil ihr das Buch so ausnehmend gut gefällt, wünscht sich die Rezensentin für die zweite Auflage ein Register.
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