Stefan Gronert

Die Düsseldorfer Fotoschule

Fotografien 1961-2008
Cover: Die Düsseldorfer Fotoschule
Schirmer und Mosel Verlag, München 2009
ISBN 9783829602914
Gebunden, 320 Seiten, 68,00 EUR

Klappentext

Mit 162 Farb- u. Duotone-Tafeln. Mit einem einführenden Text von Armin Zweite, Kunsthistoriker und Direktor der Staatlichen Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Die Fotografie ist in den letzten Jahrzehnten zum international beachteten Aushängeschild für Düsseldorf und seine Kunst geworden. Die "Düsseldorfer Schule", inzwischen ein stehender Begriff, gilt heute weltweit als Markenzeichen, das für hohes künstlerisches Niveau und eine vielschichtige Neuorientierung des Mediums steht. Drei Themenbereiche werden in diesem Buch umfassend behandelt: die Wegbereiter, die aus der bildenden Kunst kamen und in den späten 60er und 70er Jahren begleitend, dokumentierend oder auch ausschließlich mit Fotografie zu arbeiten begannen - Ute Klophaus und ihre Aktionsfotografien von Joseph Beuys, die fotorealistische Malerei von Gerhard Richter, die ironisierende Verwendung von Amateurfotografien durch Sigmar Polke und Hans-Peter Feldmann und die anthropologischen Expeditionsfotos von Lothar Baumgarten werden als wesentliche Einflüsse dokumentiert.
Das Rückgrat aber bilden das Werk und die Lehrtätigkeit von Bernd und Hilla Becher, die der künstlerischen Fotografie 1976 an der Düsseldorfer Kunstakademie das institutionalisierte Dach gaben. Ausgehend von ihrer Erneuerung der Dokumentarfotografie haben drei Generationen von Künstlern den fotografischen Blick auf die Welt bis zur elektronischen Malerei erweitert. Von der New Yorker "Village Voice" liebevoll die "Struffskys" genannt, brachten es Struth, Ruff und Gursky mit ihren eigenwilligen Fotoarbeiten mittlerweile zu Weltruhm; aber auch Axel Hütte, Candida Höfer, Elger Esser, Laurenz Berges, Simone Nieweg und Jörg Sasse haben inzwischen eigenständige Werkzyklen und ihrerseits internationale Karrieren begonnen.
Das Umfeld der Düsseldorfer Kunstakademie kommt mit Künstlern wie Katharina Sieverding und Thomas Demand ins Bild. Und schließlich wird die Bilderfabrik beleuchtet, das "Grieger Lab", wo die "Struffskys" in den 80er Jahren die technische Möglichkeit der Großbildfotografie entdeckten, die sie der Werbung abspenstig machten, und den big print erfanden, mit dem sie seitdem die Kunstwelt in Atem halten. Heute produziert das berühmte "Grieger Lab" big prints für mehr als 150 Künstler aus aller Welt.
Das Buch gibt einen ersten enzyklopädischen Überblick und stellt die wesentlichen Künstler mit ihren berühmtesten Bildern vor. Seit dem Bauhaus hat keine Kunstrichtung aus Deutschland mehr eine solche weltweite Ausstrahlung entfaltet wie diese neue Düsseldorfer Schule.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.11.2009

Ein Buch, das längst schon erschienen sein müsste, hält Steffen Siegel in Händen. Dass Lothar Schirmer höchstselbst den ersten umfassenden Band zur Düsseldorfer Fotoschule herausgibt, macht dem Rezensenten zwar Eindruck. Allerdings merkt er schnell, dass hier mit kritischer Revision nicht zu rechnen ist. Die typologische Darstellung der Bechers und zehn ihrer Schüler samt Kommentar gerät laut Siegel bei aller Konzentration auf die prägenden Elemente wie Strenge und Präzision dann doch etwas zu kursorisch. Über die Bedeutung des XXL-Bildformats etwa und über die nicht ganz so erfolgreichen Schüler aus der Becher-Klasse (ja, die gibt es) hätte Siegel gern mehr erfahren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.2009

Als Pionierleistung würdigt Rezensent Holger Liebs Stefan Gronerts Fotoband, in dem erstmals die "Düsseldorfer Fotoschule" um die Fotografen Bernd und Hilla Becher mit Arbeiten von elf Fotokünstlern versammelt ist. Es überrascht den Rezensenten, dass tatsächlich erst jetzt dem "rheinischen Foto-Phänomen" mit Fotografen wie Andreas Gursky oder Simone Nieweg Rechnung getragen wird, aber umso dankbarer ist er Gronert für sein Sammelbemühen. Allerdings, macht Liebs deutlich, kann es sich hier nur um eine erste Sichtung handeln, die in weiteren Bänden unbedingt vertieft werden sollte.
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