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Thomas Strässle

Gelassenheit

Über eine andere Haltung zur Welt
Cover: Gelassenheit
Carl Hanser Verlag, München 2013
ISBN 9783446241831
Kartoniert, 142 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Viele suchen nach ihr, die wenigsten besitzen sie: Gelassenheit. Immer wieder ist von ihr die Rede, wenn der gestresste Mensch der Gegenwart von seinen Sehnsüchten spricht. Doch worin besteht die Gelassenheit und wie erlangt man sie? Ist sie ein Zustand, in dem die Seele zur Ruhe gekommen ist? Ist sie überhaupt ein Zustand oder nicht vielmehr eine Fähigkeit, eine Haltung, eine Handlung? Wovon lassen wir, was lässt uns, wenn wir gelassen sind? Der aus der Schweiz stammende Germanist Thomas Strässle geht diesen Fragen auf den Grund. Anhand der Verwandlungen des Begriffs und der Geschichten, die sich um ihn ranken, diskutiert sein Essay die Gelassenheit in all ihren Aspekten und Problemen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.10.2013

Warnung des Rezensenten: Der Leser findet in diesem Essay des Literaturwissenschaftlers Thomas Strässle weder einen zum Entschleunigungsdiskurs passenden Ratgeber der Esoterik noch eine soziologische Studie à la Hartmut Rosa noch Erlösung durch die Mystiker, durch Heidegger oder Nietzsche. Letztere fährt Strässle laut Christoph Pierkowski auf, um mit ihnen eine "amüsante" Begriffs- und Ideengeschichte der Gelassenheit zu schreiben, Herkunft und epochale Entwicklung, beschränkt allerdings auf den europäischen Raum und europäische Denker. Vom "gelazen sin" bei Meister Eckart über die Lethargie bis zu Heideggers Schwarzwaldhütten- und Nachtkappengelassenheit reicht die Bandbreite des Bandes, wie wir erfahren. Bei aller Erkenntnisfülle - zumindest bei Heidegger und angesichts der Shoah hätte sich der Rezensent vom Autor etwas mehr kritische Distanz gewünscht.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.04.2013

Thomas Strässles Studie über "Gelassenheit" ist nicht etwa ein praktischer Ratgeber, sondern eine begriffsgeschichtliche Reflexion, ausgehend im Mittelalter bei Meister Eckhart, berichtet Urs Willmann, dem diese Ausrichtung in Zeiten von allgegenwärtigen Burn-Out-Berichten und Entschleunigungs-Leitfäden durchaus zusagt. Über den Eckhart-Schüler Heinrich Seuse, über Gottfried Keller, Goethe und Hebel, über Schopenhauer und Nietzsche nähert sich der Schweizer Literaturwissenschaftler Strässle seinem Gegenstand, fasst der Rezensent angeregt zusammen und bemerkt an sich plötzlich doch "eine Art feinstofflichen Effekt": so "unangestrengt, besonnen" legt Strässle hier seine Untersuchung dar, dass auch die Lektüre Gelassenheit auslöst.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2013

Als höchst belesen bezeichnet Ludger Lütkehaus Thomas Strässles Essay über Gelassenheit. So viel Erhellendes und auch Kritisches zum Thema, so viel Gelassenheitsförderliches auch hat er selten gelesen. Dass der Autor Heidegger und Sloterdijk und Meister Eckhart auffährt, um Gelassenheit vom psychischen und physischen Wellness-Kult zu unterscheiden, dass er "glänzend" das Erbe der Gelassenheit in der deutschen Literatur untersucht, ist für Lütkehaus das Eine. Das Andere, laut Rezensent nicht weniger respektable der Studie erkennt er im Ton; wie Strässle entlang der Sprache denkt und schreibt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2013

Thomas Kapielski in seiner mäandernden Sprachversessenheit gefällt natürlich besonders, wenn der Autor, Literaturwissenschaftler und Musiker, sich den Begriffs- und Worträumen nähert, sie aus- und durchmisst und das Lesergehör sensibilisiert. Aber auch das Thema Gelassenheit an sich scheint dem Rezensenten zu behagen, zumal "Ekstasen, Räusche und allerhand zerstreuende Aufregungen" ja allgemein hoch im Kurs stehen. Lohnend sogar findet er die (bloß nicht eilige) Lektüre, da Thomas Strässle Literatur zum Thema sucht und findet und deutet, mystische Gelassenheit oder auch Heideggers Technikkritik, Nervosität auch als Gegenpart, nicht immer ganz neu, aber immer solide wiederholt, wie Kapielski erfreut feststellt. Weshalb er sich freilich überhaupt diesem Buch zuwendet, liegt daran: es ist kein Ratgeber, der Gemütsruhe verspricht (bloß nicht), es ist Theorie, blass und gelassen.
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Thomas Strässle, geboren 1972 in Baden (CH), ist Privatdozent für Neuere deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Zürich und Förderungsprofessor des Schweizerischen Nationalfonds an der Hochschule der Künste Bern. ... mehr lesen
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