Thomas Mann

Essays III 1926-1933

Text und Kommentar in einer Kassette
Cover: Essays III 1926-1933
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2025
ISBN 9783100483577
Gebunden, 3056 Seiten, 348,00 EUR

Klappentext

Zwei Bände im Schuber. Herausgegeben von Friedhelm Marx. Am turbulenten kulturellen und politischen Leben der späten Weimarer Republik beteiligte sich Thomas Mann so intensiv wie wenige andere: mit Stellung-nahmen, Reden, Buchbesprechungen und Essays. Seine Warnungen vor der nationalsozialistischen Bewegung machten ihn zur Zielscheibe wüster politischer Angriffe. Sie wurden in seiner Münchner Polizeiakte vermerkt und 1934 für den Antrag auf "Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit" genutzt. Zu lesen ist dieser neue Band der GKFA daher auch als fortlaufender, kritischer Kommentar zu den Wahlerfolgen der NSDAP, zum grassierenden Antisemitismus in Deutschland - und damit zur Erosion der ersten deutschen Demokratie. In seiner Vielstimmigkeit zeichnet er ein neues Bild des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Thomas Mann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.08.2025

Rezensent Gustav Seibt stürzt sich begeistert auf diese von Friedhelm Marx textkritisch durchgesehene und herausgegebene Edition mit Essays von Thomas Mann aus den Jahren 1926 bis 1933. Fast dreihundert Stücke sind hier zu finden, darunter teils unbekanntes Material, freut sich der Kritiker. Er liest hier vom Zweizeiler über die literarische Umfrage bis hin zu langen Abhandlungen über Kleist, Storm, Conrad oder Platen, alles, was Mann selbst als "Aktivismus" bezeichnete. Zu "einem wochenlangen Vergnügen" wird Seibt zudem der 1700 Seiten umfassende Kommentar, der ihm nochmal vor Augen führt, mit welcher Energie Mann gegen das "Budengeläut" der Nazis kämpfte. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.06.2025

Rezensent Michael Hesse kann mit diesen als Teil der S.Fischer-Werkausgabe herausgegebenen Essays einen hervorragenden Einblick in Thomas Manns Denken zwischen 1926 und 1933 gewinnen. Insbesondere beeindrucken ihn die politischen Schriften, etwa, wenn Mann davon spricht, man könne hinter "die Demokratie nicht zurück", sein Lernprozess, mit dem er zum aufrechten Demokraten wird, wird sichtbar in seiner Auseinandersetzung mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus. Auch von den mythologischen Bezügen seines schriftstellerischen Werkes liest Hesse, von seiner Hochachtung für Sigmund Freud, aber auch Ergreifendes wie die Trauerrede zum Suizid seiner Schwester kommt vor. Hesse ist gespannt auf den nächsten Band.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 20.06.2025

Rezensent Wolfgang Schneider liest Thomas Manns Essays aus den Jahren 1926-1933 mit Gewinn. Mann sei hier weniger abgeklärt zu erleben, meint er, in politisch hysterischen Zeiten. Mann spricht über die Wirtschaft nach Versaille, über den neuen Irrationalismus und verteidigt sich gegen seine Feinde, mit rhetorischer Wucht und durchaus harten Bandagen, erkennt Scheider. Dass die "Schmähtexte", auf die Mann reagiert, im Kommentar enthalten sind, hält Schneider für sinnvoll, ebenso die Aufnahme kürzerer Texte wie Grußworte, Nachrufe und Buchempfehlungen, weil diese besonders historisch aufschlussreich sind, wie er findet. Wie aufgeschlossen sich Mann in den Essays gegenüber neuen Medien wie Radio und Film zeigt, gehört für Schneider unter anderem zu den überraschenden Erkenntnissen der Lektüre.