"Totenberg" ist ein Buch ganz unterschiedlicher Tonfälle, in dem es treffende Beschreibungen deutscher Landschaften, lebendige Porträts und scharfsinnige Auseinandersetzungen mit Positionen gibt, die den Autor beschäftigen. Mit Hans-Jürgen Syberberg spricht Hettche über die Bindung der Kunst an Landschaft, mit Christa Bürger über die Verantwortung des Intellektuellen, mit Henriette Fischer über die vergessene Ausdruckstänzerin Valeska Gert, mit Anita Albus über die Möglichkeit einer religiösen Kunst, mit Michael Klett über Ernst Jüngers Haltung und das Soldatische in unserer Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.04.2013
Thomas Hettches autobiografischer Essayband leistet das, was laut Alexandra Stäheli auch Hettches Romane leisten: Er geht der Frage nach den Prägungen des Ich durch die Kultur nach und stellt Bezüge zu Personen der eigenen und der Zeitgeschichte her. Zu Christa Bürger etwa oder Hans-Jürgen Syberberg. Wenn dabei diesmal assoziativ, beschreibend beziehungsweise "fast magisch" Hettches eigene Sozialisation als Schriftsteller zutage tritt, Irritation auch oder gar Momente der deutschen Geschichte, staunt Stäheli nicht schlecht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.01.2013
Beim Lesen hat Nico Bleutge möglicherweise Reste der eigenen Kindheit entdeckt. Glücklich machen ihn Thomas Hettches Essays zur Literatur, zum Schreiben und zur Kindheitsprägungen, in die der Autor Porträts einiger für sein Schaffen wichtiger Menschen, Autoren, Wissenschaftler, Filmemacher, einwebt, aber auch durch ihre Form. Indem die Texte dialogisch Hettches These nachvollziehen, derzufolge alles von Anbeginn aufeinander bezogen ist, nämlich. Wie Hettche das anstellt, findet der Rezensent elegant. Großartige Überlegungen zur Kunst wechseln sich ab mit für Bleutge weniger gelungenen kulturpessimistischen Einlassungen zur Gegenwart. Letzteres scheint der Rezensent verkraften zu können.
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