Was in den zwei Bänden von "Durch Jugoslawien im roten Peugeot. Reisen und Begegnungen mit Peter Handke" erzählt und gezeigt wird, nimmt seinen Lauf vor einigen Jahrzehnten. Es handelt vom Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens, der in den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts einsetzte, mit dem Kosovokrieg 1999 seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte und mit seinen Nachwirkungen bis in die Jetztzeit hineinreicht.
Interessiert, teils auch skeptisch, bespricht Rezensent Mladen Gladić Thomas Deichmanns zweibändige Veröffentlichung über Peter Handkes Jugoslawienreisen und -Schriften. Deichmann war damals einer derjenigen gewesen, die in den politischen Streitigkeiten um Handkes pro-serbische Haltung zu dem Schriftsteller gehalten hatte. Tatsächlich begleitete Deichmann Handke auf mehreren Reisen durch Serbien. Berichte von diesen Reisen nehmen viel Raum ein im ersten Band, das zweite ist fotografischem Material gewidmet, so der Kritiker. Gladić stellt klar, dass das Ergebnis nicht so neutral chronistenhaft geraten ist, wie Deichmann suggeriert, es finden sich durchaus tendenziöse Formulierungen, die ein weiteres Mal Partei für Handke nehmen. Auch bringt Deichmann, etwa wenn er sich gegen den Genozid-Begriff mit Blick auf serbische Massaker in Bosnien wendet, juristische und historische Begrifflichkeiten durcheinander. Dennoch liest der Rezensent Deichmanns Ausführungen insgesamt mit Gewinn, nicht zuletzt deshalb, weil der Autor hier über etwas schreibt, das er selbst erlebt hat.
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