Thomas Brussig

Schiedsrichter Fertig

Eine Litanei
Cover: Schiedsrichter Fertig
Residenz Verlag, Salzburg 2007
ISBN 9783701714810
Gebunden, 92 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Wie ist es, von achtzigtausend Menschen ausgepfiffen zu werden? Wie ist es, für neunzig Minuten nur von Lügnern, Tricksern und Betrügern umgeben zu sein, die, je nach Situation, eine Leidens- oder Unschuldsmiene aufsetzen? Wie ist es, nur durch Fehler Aufmerksamkeit zu erlangen, denn schließlich wird nur über Fehlentscheidungen diskutiert? Die Tragödie des Unparteiischen besteht darin, Neutrum sein zu müssen in einer Welt, die Leidenschaften weckt, Amateur zu sein unterhochbezahlten Profis. Und wieso sollen ausgerechnet die Schiedsrichter gerecht sein, wenn niemand auf der Welt noch Gerechtigkeit erwartet? Thomas Brussig eröffnet eine neue Reihe im Residenz Verlag: Eine Litanei.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2007

Diesen hasserfüllten Monolog eines Schiedsrichters, in dem in an Thomas Bernhard gemahnender Bitterkeit über Gott und die Welt, aber vor allem über den Fußball von heute lamentiert wird, hat Dieter Hildebrandt in vollen Zügen genossen. Endlich erobert ein Schriftsteller das Fußballfeld zurück, das in letzter Zeit seine "Poetisierung" nur noch durch Stadionreporter erfuhr, freut sich der Rezensent. Ob es sich bei dieser "Litanei", wie es im Untertitel heißt, um große Literatur handelt, will Hildebrandt mal dahingestellt sein lassen. Aber es ist ohne Frage ein brillanter und wunderbar böser Text, der dem Rezensenten nach eigenem Bekunden wie kein Buch vorher das "(Un)-Wesen des Fußballs" mit all seinen Abgründen und Nachtseiten aufgedeckt hat.
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