Thomas Brunnsteiner

Bis ins Eismeer

Zwölf Reportagen von den Einwohnern der Welt zwischen Polarkreis und Kaukasus
Cover: Bis ins Eismeer
Wieser Verlag, Klagenfurt 2007
ISBN 9783851296600
Gebunden, 198 Seiten, 12,95 EUR

Klappentext

"I geh jetzt weg. Bis ins Eismeer." Mit diesem Schwur, getan von einem Halbwüchsigen in den Tiroler Bergen, beginnt die Geschichte des wahren Anton aus Tirol. Im Jahre 1931 zieht er aus, um "Lopp" zu werden auf immerdar. Und in der titelgebenden Geschichte begegnen wir ihm, 93 Jahre alt, in den Weiten Lapplands. Doch noch viel weiter spannt sich der Bogen in Thomas Brunnsteiners restlichen elf "Reportagen von den Einwohnern der Welt zwischen Kaukasus und Polarkreis": von russischen Fischern im Eis der Fjorde Norwegens, die monatelang auf ihren Booten darben ohne Heuer und Arbeit, über den fi nnischen Juden Salomon Klass, dem die deutsche Wehrmacht das Eiserne Kreuz an die Brust heften wollte, bis zum Aserbaidschaner Kamran, der den allmählichen Untergang seines Landes am Kaspischen Meer schön findet.
An die nördlichen und östlichen Ränder Europas, an abseitige Orte und in die Küchen und Erinnerungen der Menschen zwischen Baku, Kirkenes und Sankt Petersburg verirrt sich der Leser gemeinsam mit dem Reporter. Und in den Gesprächen mit dem vermeintlich letzten Koltta-Samen am Inari-See, mit einem Fernfahrer aus Rügen oder einem illegalen Immigranten in Moskau spricht die Weisheit wie die Dummheit, vor allem aber die Unvorhersehbarkeit der Welt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007

Sehr eindringlich scheinen Rezensent Stefan Fischer diese Reportagen von Thomas Brunnsteiner. Die in diversen Tageszeitungen bereits in wesentlich kürzeren Fassungen erschienenen Texte liegen zu seiner Freude nun in ihrer ursprünglichen Gestalt vor. Er würdigt die genauen Beobachtungen des Autors und seine nüchternen, sachlichen, auf das Sichtbare konzentrierten Beschreibungen, die für ihn eine "große Wahrhaftigkeit" haben. Zudem bescheinigt er Brunnsteiner Furchtlosigkeit, Neugier und ein Gespür für die an den Rändern der Welt lebenden Menschen, über die er schreibt. Besonders fasziniert hat Fischer die Geschichte über den 93-jährigen Anton Neumeier, der 1931 Tirol hinter sich ließ und den Brunnsteiner in Lappland aufgespürt hat.
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