Minna Rytisalo

Lempi, das heißt Liebe

Roman
Cover: Lempi, das heißt Liebe
Carl Hanser Verlag, München 2018
ISBN 9783446260047
Gebunden, 224 Seiten, 21,00 EUR

Klappentext

Aus dem Finnischen und mit einem Nachwort von Elina Kritzokat. Der junge Bauernsohn Viljami hat sich in Lempi, die Tochter des Ladenbesitzers aus der kleinen Stadt Rovaniemi in Lappland, verliebt. Hals über Kopf heiraten sie, und Lempi, der das Landleben fremd ist, zieht zu Viljami auf den Hof. Um sie zu entlasten, stellt ihr Mann die Magd Elli ein, die insgeheim selbst gern an seiner Seite wäre. Nach einem einzigen glücklichen Sommer wird Viljami 1943 zum Kriegsdienst eingezogen. Als er zurückkehrt, ist die Stadt zerstört und Lempi verschwunden. Dass sie wie ihre Zwillingsschwester mit einem Offizier nach Deutschland gegangen sei, kann er sich nicht vorstellen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2018

Sehr lehrreich findet es Rezensent Jörg Magenau, in Minna Rytisalos Roman "Lempi, das heißt Liebe" von den Erfahrungen der Finnen im zweiten Weltkrieg zu lesen. Der Roman schildert, wie die finnischen Frauen, deren Männer zunächst an der deutschen Front kämpften, sich oftmals mit deutschen Männern einließen, nur um nach dem Sieg der Russen als Huren des Feindes ausgegrenzt zu werden, referiert der Rezensent. Drei Geschichten kreisen um das Verschwinden Lempis zum Gegenstand, erklären es aber völlig unterschiedlich, so Magenau weiter: Ihr zurückkehrender Mann verkläre sie, ihre gehässige Dienstmagt verteufle sie, und ihre spielerische Schwester verrätsele sie. Die Wahrheit kann nur der Leser verstehen, der die drei Schablonen übereinanderlegt, so Magenau. Diese Technik hat den Rezensenten ebenso beeindruckt wie das anschauliche Geschichtsbild, das Rytisalo zeichnet.
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