Aus dem Finnischen und mit einem Nachwort von Elina Kritzokat. Der junge Bauernsohn Viljami hat sich in Lempi, die Tochter des Ladenbesitzers aus der kleinen Stadt Rovaniemi in Lappland, verliebt. Hals über Kopf heiraten sie, und Lempi, der das Landleben fremd ist, zieht zu Viljami auf den Hof. Um sie zu entlasten, stellt ihr Mann die Magd Elli ein, die insgeheim selbst gern an seiner Seite wäre. Nach einem einzigen glücklichen Sommer wird Viljami 1943 zum Kriegsdienst eingezogen. Als er zurückkehrt, ist die Stadt zerstört und Lempi verschwunden. Dass sie wie ihre Zwillingsschwester mit einem Offizier nach Deutschland gegangen sei, kann er sich nicht vorstellen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2019
"Knapp" und "lesefreundlich" nennt Rezensent Matthias Hannemann diesen Roman, was für ihn aber ein besonderes Qualitätsmerkmal dieses Buches ist. Denn der in Lappland geborenen Autorin Minna Rytisalo gelinge es, auf nur zweihundertzwanzig Seiten und in drei Kapiteln eine außergewöhnlich fesselnde Geschichte zu erzählen, staunt der Kritiker, der hier direkt nach Finnland in die Endphase des Zweiten Weltkriegs katapultiert wird. Aus drei Perspektiven erlebt er hier die komplizierte Beziehung Lempis und des Kriegsheimkehrers Viljami vor den Grauen des Krieges, bewundert die verschiedenen Bilder, die Rytisalo im Kopf des Lesers entstehen lässt und empfiehlt den Roman nicht zuletzt seiner Spannung wegen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2018
Sehr lehrreich findet es Rezensent Jörg Magenau, in Minna Rytisalos Roman "Lempi, das heißt Liebe" von den Erfahrungen der Finnen im zweiten Weltkrieg zu lesen. Der Roman schildert, wie die finnischen Frauen, deren Männer zunächst an der deutschen Front kämpften, sich oftmals mit deutschen Männern einließen, nur um nach dem Sieg der Russen als Huren des Feindes ausgegrenzt zu werden, referiert der Rezensent. Drei Geschichten kreisen um das Verschwinden Lempis zum Gegenstand, erklären es aber völlig unterschiedlich, so Magenau weiter: Ihr zurückkehrender Mann verkläre sie, ihre gehässige Dienstmagt verteufle sie, und ihre spielerische Schwester verrätsele sie. Die Wahrheit kann nur der Leser verstehen, der die drei Schablonen übereinanderlegt, so Magenau. Diese Technik hat den Rezensenten ebenso beeindruckt wie das anschauliche Geschichtsbild, das Rytisalo zeichnet.
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