Herausgegeben von Martin Huber, Manfred Mittermayer und Peter Karlhuber. Mit zahlreichen, meist farbigen Fotos und Faksimiles. Das aus einer Ausstellung hervorgegangene Bilderbuch verknüpft auf anschauliche Weise Leben und Werk von Thomas Bernhard. Der Zusammenhang wird hergestellt durch das hier zum ersten Mal präsentierte schriftliche Erbe der für ihn wichtigsten Personen - seinem Großvater und seinem Lebensmenschen - sowie den literarischen Nachlass von Thomas Bernhard. Aus dieser Perspektive eröffnen sich Zusammenhänge nicht nur zu Realien, persönlichen Bezügen und Hintergründen, sondern auch zur Entstehungsgeschichte und zu den Eigenheiten von Bernhards Schreibweise.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.03.2003
Sehr gemischt ist das Fazit, das der Rezensent Franz Haas aus diesem mit vielen "Künstlerreliquien" angereicherten Buch über Thomas Bernhard zieht. Einerseits nervt in die bildliche Zurschaustellung des Leben des Schriftstellers. Er findet, da schwingt zuviel Voyeurismus mit, zumal wenig neue Informationen transportiert werden . Trotzdem gesteht er dem Buch auch gute Seiten zu, zum Beispiel ist er sehr angetan von den "drei begleitenden Aufätzen", denen er ein besseres Schicksal wünscht, als in den "vielen großformatigen Unnötigkeiten" unterzugehen. So fasst er seine Sicht der Stärken und Schwächen dieses Fotobands wie folgt zusammen: "Es kann instruktiv sein, die Lebens- und Sterbeumstände eines großen Autors in einer Biografie nachzulesen. Sie in farbechten Reproduktionen zu gustieren? hat jedoch etwas peinlich Ungehöriges."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.09.2002
Sein ambivalentes Verhältnis zur Fotografie hat Thomas Bernhard selbst in seinem Roman "Auslöschung" erläutert. Fotografien fälschen und entstellen - auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist gerade das "Verzerrte" und "Verlogene" Wahrheit, erinnert Burkhard Müller an Bernhards Reflexionen - nicht von ungefähr, denn nun gibt es einen Band, der Fotos von Bernhard präsentiert, Fotos seiner Lebensstationen. Die Abbildungen von Bernhard, seiner Familie, seinen Lebenspartnerinnen und seinen Manuskripten üben zwar einen "ungeheuren Sog" auf den Betrachter aus, aber sie machen auch deutlich, dass "technische Veränderungen" Fotos und Texten "die materiale Würde" nehmen, meint der Rezensent. Besonders frappierend findet Müller das bei den Facsimilia der Manuskripte des Schriftstellers. Alles zu zeigen, was Bernhard jemals in seine Texte gekritzelt hat, ist doch etwas "unappetitlich", beschwert sich der Rezensent - ganz abgesehen davon, dass der scharfe und wortgewandte Lamentierer Bernhard über diesen Band sicher nicht besonders erfreut gewesen wäre.
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