Mit zahlreichen s/w Kalligrafien. Huawei und Überwachung, Aufrüstung und Wirtschaftsmacht: China macht uns Angst. Weil wir das Land nicht verstehen - und zwar wörtlich. Thekla Chabbi schlägt eine Brücke: Die Schriftstellerin und Sinologin nimmt uns mit auf eine Reise durch das Chinesische, von den Orakelknochen und Leibniz' Faszination für China zu dem chinesischen Namen von VW, BMW und Siemens. Sie erklärt, wie Chinesisch funktioniert. Vor allem aber lässt sie Chinas Sprache als Mittlerin zu Wort kommen, die von der vergangenen und gegenwärtigen Vielfalt der chinesischen Welt erzählt. Und sie zeigt, wie sehr diese Sprache als politisches Instrument genutzt wird, wie die Machthaber in Peking mit der weltweiten Gründung chinesischer Sprachinstitute ihre Soft-Power zum Einsatz bringen, heikle Begriffe im Internet zensieren und die chinesische Netzgemeinde die Zensur unterwandert. 1919, vor genau 100 Jahren, führte die "4.Mai-Bewegung" in China zu einer Massenkulturbewegung, die eine Abkehr vom Westen und eine Hinwendung zur nationalen Identität mit einer Sprache für das ganze Volk bedeutete. Heute ist Chinesisch die Sprache der Sieger. Thekla Chabbi lässt sie uns verstehen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.02.2020
Rezensentin Edeltraud Rattenhuber lässt sich von der Sinologin Thekla Chabbi in Chinas politische Sprache einführen. Wie die Autorin an Beispielen wie Hongkong zeigt, auf welche Weise die KPCh mit Parteisprech Verschleierung betreibt und wie die Chinesen ihrerseits damit umgehen (Stichwort: Zensur), findet Rattenhuber lesenswert. In dieser Hinsicht kann die Autorin laut Rezensentin Brücken schlagen und Klischees abbauen helfen. Allerdings hätte sie sich mehr Stringenz gewünscht, das Buch will zu viel und "zerfranst" stellenweise, meint sie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2020
Rezensentin Sabine Dabringhaus fühlt sich mit dem Buch der Sinologin Thekla Chabbi dazu angeregt, Chinesisch zu lernen, und zwar allen Ausführungen im Buch über Sprache als Machtinstrument zum Trotz. Wie sich die Autorin der chinesischen Kultur über die Sprache nähert, den Leser anschaulich mit ihrer Praxis, ihrem Klang und der Logik der Schrift vertraut machend, bietet laut Rezensentin nicht zuletzt die Chance, die Geschichte des Landes zu verstehen. Dass in den Zeichen selbst Erkenntnisse über Chinas Kultur, Politik und Gesellschaft schlummern, wie Chabbi zeigen kann, hat Dabringhaus überrascht.
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