Der Eiffelturm ist das berühmteste Bauwerk der Neuzeit, seine Silhouette ist weltweit unverwechselbar und doch: Den Eiffelturm gibt es nicht. Was wir kennen und lieben ist eine Fantasie, eine Bildinszenierung, die die gesamte Menschheit zum Publikum hat. In seiner bilderreich geschilderten Kulturgeschichte des Eiffelturms arrangiert Alexander Kluy die in Kino, Musik, Literatur, Fotografie und Malerei erzählten Mythen, die diesem eigentlich "tragischen Laternenpfahl" (Léon Bloy) erst ihren ikonenhaften Glanz verleihen, zu einem faszinierenden Pasticcio. Eine Promenade durch die Pariser Bilderwelten zweier Jahrhunderte, die uns zu einer modernen Verheißung führt, die beständiger ist als jede Stahlträgerkonstruktion.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2015
Beeindruckt hat Rezensent Helmut Mayer Alexander Kluys gut recherchiertes Buch über den Eiffelturm gelesen, denn in ihm erfährt der Kritiker alles, was er schon immer über den Eiffelturm wissen wollte - und mehr: Ob Entstehungsgeschichte, Aufstieg, literarische, filmische oder bildkünstlerische Verarbeitung, aber auch eine Biografie Gustave Eiffels, eine kurze Geschichte der Weltausstellungen und sogar Stadt- und Gesellschaftsgeschichte - der Rezensent blättert fasziniert in diesem Band, der zudem über ein informatives Literaturverzeichnis verfügt. Großartig findet er auch die Abbildungen des Eiffelturms in der Werbung, Modefotografie oder in der Verwendung verschiedener Kunstepochen, etwa des Dada. Dieses Buch kann der Kritiker den Eiffelturmfreunden ebenso empfehlen wie seinen Verächtern.
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