Mit 150 farbigen Abbildungen. Aus dem Amerikanischen von Udo Strätling. Mit einem Vorwort von Siri Hustvedt. 2011 erlebte Teju Cole eine Zeit vorübergehender Erblindung. Danach stellte sich die Frage des Sehens neu, und er begann dieses fotografische Projekt. Die Bilder in seinem neuen Buch sind Dokumente von Jahren des Unterwegsseins: der Schatten eines Baumes in Upstate New York. Ein junger Fremder im Kongo. Eine seltsame Konstellation in einem Berliner Park. Wir sehen, was er sah, was seine Gedanken anstieß, während sich kurze Texte wie ein Voice-over über die Bilder legen - eine innere Stimme, konkret oder abstrakt, prosaisch oder rätselhaft. Mehr als 150 Fotografien und Texte verbinden sich zu einem lyrischen visuellen Essay.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2018
Peter Geimer entdeckt das Faszinierende blinder Flecken mit Teju Coles Texten und Fotos. Dass der Autor beide Metiers beherrscht, steht für Geimer außer Frage. Wenn Cole von seinen Reisen nach Indonesien, Nürnberg oder Sao Paulo Bilder und Texte mitbringt und durch ihre raffinierte, nie auf direkte Illustration zielende Kombination Bezüge eröffnet, fühlt sich Geimer angesprochen und zum Mitdenken aufgefordert. Erinnern ihn die Bilder mit ihrem Hang zu scheinbar unbedeutenden Details an Eggleston oder Shore, staunt Geimer immer wieder, wie Coles indirekte Anspielungen Verbindungen zwischen Gegenwart und Geschichte gestatten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.06.2018
Rezensent Helmut Mauró scheint dieser Band des Autors Teju Cole, "Blinder Fleck", etwas ratlos zurückgelassen zu haben. Schon das theoretisch aufgedonnerte Vorwort Siri Hustvedts gerät in seinen Augen etwas zu "großspurig" und das Zusammenspiel aus kargen Vorstadt-Bildern und kryptischen Beschreibungstexten, das ihn danach erwartete, ergab für Mauró auch kein stimmiges Programm. Statt der angekündigten Veranschaulichung, dass die Leere, die viele Bilder ausstrahlen, vom Betrachter selbst als Verweis auf das Abwesende verstanden werden müsse, hat der Rezensent das Buch als "Feier des Konjunktivs" empfunden - hätte gut werden können.
Mara Delius weiß nicht, ob es sich um einen Essay, einen Bildband oder einen Roman handelt bei dem neuen Buch von Teju Cole. Mal wirkt der Text auf sie wie eine Minikurzgeschichte, dann wie eine Tagebuchsequenz, dann wie ein Aphorismus. Die Fotos im Band bieten Alltagsszenen, meint sie. Auf der Suche nach einer Verbindung zwischen Text und Bild kommt die Rezensentin zu dem Schluss, dass beide auch gut ohne diese Verbindung auskommen können. Das ist besser als banale Instant-Hermeneutik, findet sie. Und die Grenzen des Sichtbaren, um die es dem Autor laut Delius zu gehen scheint, zeigen sich auch ohne große metaphysische Überlegungen, so Delius.
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