Die Kaiserliche Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika wurde 1891 gegründet und bestand mehrheitlich aus afrikanischen Söldnern. Die Autorin untersucht den Einfluss afrikanischer Kriegführung auf die Schutztruppe, die Diskussionen um die globale Interventionsfähigkeit des Kaiserreichs und die Militarisierung der Schutzgebiete. Das konfliktträchtige Verhältnis zwischen ziviler Verwaltung und den Militärs mündete beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs in einen Militärputsch gegen die Kolonialregierung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.02.2012
Etwas farblos zeichnet Gottfried Niedhart das von Tanja Bühler in ihrem Buch über die Kaiserliche Schutztruppe entworfene Bild deutscher Kolonialbestrebungen in Afrika nach. Wie wir erfahren, behandelt die Autorin sowohl "institutionsgeschichtliche Aspekte" als auch die Aufgaben der deutschen Kolonialarmee, zu denen schlichtweg, wie Bühler offenbar auch eindeutig erläutert, die brutale Unterdrückung der Bevölkerung zwecks reibungsloser Ausbeutung gehörte. Niedhart schätzt die Multiperspektivik der Studie, die ihm den Konflikt sowohl aus deutscher wie aus afrikanischer Sicht darstellt. Den Umstand, dass die "afrikanische Gewalttradition" zwar durchaus eine Rolle für die Brutalisierung in der Entwicklung der Kriegshandlungen gespielt hat, wie Bühler konstatiert, relativiert die Autorin zugleich mit einer den Rezensenten beeindruckenden Nüchternheit: Das Deutsche Reich sei schließlich nicht gezwungen gewesen, Kolonien zu erwerben. Wie wahr!
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