Susanne Wittek (Hg.)

"Es gibt keinen direkteren Weg zu mir als über Deine Kunst"

Rosa Schapire im Spiegel ihrer Briefe an Karl Schmidt-Rottluff 1950-1954
Cover: "Es gibt keinen direkteren Weg zu mir als über Deine Kunst"
Wallstein Verlag, Göttingen 2022
ISBN 9783835351974
Gebunden, 208 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Mit 60 zum Teil farbigen Abbildungen. Rosa Schapire - emanzipierte Frau, leidenschaftliche Förderin expressionistischer Kunst, entwurzelt im Londoner Exil, aber Kämpferin bis zum Schluss."Hätte ich im Mittelalter gelebt, ich wäre wohl eine Nonne oder Heilige geworden", schrieb Rosa Schapire kurz vor ihrem Tod 1954. Um die Jahrhundertwende hatte sie sich gegen traditionelle Rollenbilder und für ein Leben als Intellektuelle entschieden. Als eine der ersten Frauen wurde sie im Fach Kunstgeschichte in Heidelberg promoviert, zog 1905 nach Hamburg und begeisterte sich dort für den gerade aufkommenden Expressionismus - besonders für die Künstlergruppe "Brücke" und Karl Schmidt-Rottluff, den sie später als Mäzenin unterstützte. Ihr Einsatz für die neue Kunstrichtung, die von den Nationalsozialisten als "entartet" verfemt wurde, machte sie - zumal als Jüdin - den Machthabern verdächtig. Der antisemitischen Verfolgung entging sie nur aufgrund ihrer Flucht nach London 1939. Während der Kriegsjahre baute sich Rosa Schapire dort eine neue, allerdings zeitlebens prekäre Existenz u. a. als Übersetzerin auf. Ihre Briefe aus den letzten Lebensjahren an Karl Schmidt-Rottluff, die hier erstmals umfänglich ausgewertet werden, zeigen eine exilierte Frau, die trotz Sorgen und Todessehnsucht, doch immer die Kraft fand, sich für die expressionistische Kunst einzusetzen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2022

Rezensent Günther Sandner liest Susanne Witteks Monografie über die Kunstsammlerin und -historikerin Rosa Schapire mit Interesse. Wenig ist über die Förderin von Karl Schmidt-Rottluff bekannt, bedauert Sandner und freut sich, nun biografische Einzelheiten aus dem Leben der aktiven Frau zu erhalten. Zwar behandelt Wittek nicht alle Lebensabschnitte gleichwertig, stellt er fest, doch bietet die Biografie ihm ausreichend Einblicke in Schapires bescheidene Lebensverhältnisse, ihr Engagement für die bildende Kunst und ihre Publikationen. Zahlreiche Abbildungen bereichern den in einem eingängigen Stil verfassten Band, so Sandner.
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