Die Journalistin Susanne Schanda porträtiert ägyptische Autorinnen und Autoren als Aktivisten für Freiheit und Demokratie und zeigt, wie diese mit ihrem Schreiben die Bereitschaft für eine Revolte seit Jahren genährt haben. In einer Zeit des politischen Stillstands sprengten sie Tabus, demaskierten Scheinheiligkeit und Korruption und mokierten sich über die Geistlosigkeit des Regimes. Die öffentlichen Debatten befeuerten die Kritik am Regime und halfen mit, den Boden für den Umsturz vorzubereiten. Als Seismografen der ägyptischen Gesellschaft haben Autorinnen und Autoren Jahre zuvor in ihren Werken eine von Wut aufgeladene Atmosphäre spürbar gemacht. 16 Schreibende aus mehreren Generationen äußern sich in diesem Buch über Selbstzensur und Zivilcourage, die Funktion des Schreibens für Selbstreflexion und Emanzipation und die Bedeutung der Intellektuellen für den gesellschaftlichen Wandel.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.08.2013
Nicht zuletzt den Verlegern empfiehlt Christian H. Meier das Buch der Kulturjournalistin Susanne Schanda. Der Band bietet laut Rezensent einen guten Überblick über die Literaturlandschaft Ägyptens von Literatur-Blogs bis zur Graphic Novel. Ferner lassen sich laut Meier unter den enthaltenen Autorenporträts wahre Perlen entdecken. Wertvoll scheint ihm der Band allerdings auch durch den Versuch der Autorin, Literatur und Revolution in ihrem Wechselspiel und den Zusammenhang zwischen dem Erwachen einer Zivilgesellschaft in Ägypten und der literarischen Hinwendung zu Tabuthemen und Missständen zu erkunden. Für Meier ist das weitgehend erhellend, wenn er sich die jeweiligen Konflikte auch besser herausgearbeitet gewünscht hätte.
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