Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich und Edward Badeen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2001
Die Logik der Erinnerung folgt den Gesetzen der Anarchie. Als ebenso wunderschön paradox und ungewöhnlich beurteilt Stefan Weidner Edwar al-Charrats poetische Erinnerungsarbeit in den neun Episoden der "Steine des Bobello". Wenn auch der Rezensent eine in die Vergangenheit gehende Fortschreibung des bereits auf Deutsch vorliegenden Erinnerungsbuches "Safranerde" andeutet, so vermeint er hier, eine noch tiefer schürfende, zersplittertere Arbeit vorliegen zu haben. Die nicht lineare Bearbeitung der Kindheitserinnerungen, die immer wieder weite Räume für erotische Fantasie zulasse, eröffne dem Leser Freiräume "zum selbständigen Weiterphantasieren". Die Lesefreude trübt auch nicht, "dass man gelegentlich nicht mehr durchblickt". Weidners ganz besonderes Lob gilt den Übersetzern Hartmut Fähndrich und Edward Badeen, denen es gelungen sei, die sich bis in die Syntax fortsetzende Anarchie der Gedanken meisterhaft zu übertragen. Dass der Rezensent mit Lust öfter im Buch "hin und her-, vor- und zurückgeblättert" hat, nimmt man ihm nach einer solchen Rezension gerne ab.
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