Susanne Röckel

Vergessene Museen

Erzählungen
Cover: Vergessene Museen
Die Andere Bibliothek/Eichborn, Frankfurt am Main 2009
ISBN 9783821862170
Gebunden, 305 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Die Lektüre von Susanne Röckels Romanen und Erzählungen ist immer eine Wanderung zwischen zwei Wirklichkeiten: die des Wachens und die des Traumes - und wir können niemals ganz sicher sein, in welcher wir uns gerade aufhalten.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.08.2010

Atemlos und gebannt hat Tanya Lieske diese Erzählungen gelesen, deren Hauptkapital für sie Sprachkraft, zwingende Poesie und erzählerische Magie sind. Auch möchte die Kritikerin diese sechs Texte lieber als "Romane in nuce" und nicht als Erzählungen verstanden wissen. Denn aus ihrer Sicht sind sie so dicht, so makellos, asketisch und schön, dass das verkleinernde Label "Short Story" hier nicht reicht. Die Geschichten führten an Orte jenseits der gewohnten Landkarten, lesen wir. Orte, die manchmal von Geschichte heimgesucht wurden, oder über die die Zivilisation schlicht hinweg geschritten ist. Diese geografische und historische Leere oder ein kollektives Vergessen machen stets den essentiellen Kern der Texte aus, von denen jeder in ein Museum und zu einem Exponat führt. Und in neue Dimensionen der Freiheit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.07.2009

Nicht nur in vergessene Museen, sondern auch in verlassene Weltgegenden und unheimliche Zwischenreiche entführt Susanne Röckel ihre Figuren und mit ihnen den Leser in diesem Erzählungsband. In einen Ort namens Amortortok etwa, in Alaska. In einem baufälligen Museum finden sich dort die Aufzeichnungen eines früheren Forschungsreisenden, der von außerordentlich beunruhigend und sehr fantastisch klingenden Geschehnissen berichtet. In anderen Erzählungen geht es zum Beispiel nach Osteuropa, und die Rezensentin Kristina Maidt-Zinke glaubt in den von Röckel brillant ausgemalten Fantasien den Einfluss von H.P. Lovecraft zu spüren. Trivial freilich ist an Röckels Erzählungen, wie man der Rezension entnehmen kann, gar nichts. Gerade die große Kunst der Formulierung wird ausdrücklich gelobt. Aber auch leisen Tadel hat Maidt-Zinke: insgesamt scheinen ihr die Erzählungen in der Häufung vielleicht etwas zu eintönig "in Konstellation und Ablauf", um insgesamt wirklich ganz und gar meisterlich zu sein.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.2009

Auf unbegeisterte Weise angetan scheint Kolja Mensing von diesem Band, der sechs motivisch miteinander verwandte Erzählungen enthält. Stets kommen Museen darin vor und die Lehre, die man daraus ziehen dürfe, sei wohl die, dass, so der Rezensent, das Überdauernde nicht der Mensch ist, sondern das oftmals recht ausführlich beschriebene Ding. Am Rand der Zivilisation oder der Städte spielen die Geschichten, nördlich des Polarkreises etwa oder in der französischen Vorstadt. Unspektakulär, aber raffiniert gelingen, so Mensing, Susanne Röckel Verknüpfungen zwischen den Erzählungen, die er als "ungewöhnlich" beschreibt, und zwar in lobender Absicht.
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