Aus dem Spanischen von Thomas Brovot. Schimpansen putzen die Zähne toter Artgenossen. Krähen meiden Orte, an denen sie Kadaver gefunden haben. Elefanten sammeln wie besessen Elfenbein. Wale tragen ihre Toten wochenlang durch das Meer. Dennoch glaubt der Mensch beharrlich, dass nur er allein in der Lage ist, sich einen Begriff von der eigenen Sterblichkeit zu machen. Denn seit jeher verstellt die anthropozentrische Perspektive den Blick auf die Vielfalt im Umgang mit dem Tod auf unserem Planeten. Dabei lassen sich derart viele faszinierende Reaktionen auf den Tod beobachten, die unseren zwar nicht gleichen mögen, doch trotzdem von Verständnis handeln. Das Schweigen der Schimpansen verbindet philosophisches Nachdenken mit den aktuellsten Erkenntnissen aus der Verhaltensforschung und der vergleichenden Psychologie. So präsentiert Susana Monsó eine neue wissenschaftliche Disziplin: die vergleichende Thanatologie. Und sie zeigt eindrücklich, dass wir, wenn es um Tod und Sterben geht, vielleicht nur ein Tier unter vielen sind.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.08.2025
Rezensentin Kim Kindermann liest mit "Das Schweigen der Schimpansen" ein horizonterweiterndes Buch über den Tod im Tierreich. Wie Tiere den Tod erleben und verstehen - das ist die Frage, der sich Susana Monsó widmet. Dabei gelingt es der spanischen Philosophin nicht nur, das weite Spektrum an tierischen Umgangsformen mit dem Tod aufzufächern. Ihr Buch animiert uns auch dazu, die anthropozentrische Sichtweise aufzugeben und somit unsere Perspektive auf die eigene Sterblichkeit, sowie auf unser Verhältnis zu anderen Lebewesen und deren Lebens- und Sterbensweisen nachhaltig zu verändern, so die Rezensentin. Da die Autorin recht tief in die Materie einsteigt und die verschiedenen Beobachtungen sehr ausführlich schildert, mag vor allem der Anfang die Leserinnen und Leser herausfordern. Doch wer dran bleibt, wird belohnt, verspricht die inspirierte Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2025
Rezensentin Manuela Lenzen überlegt, ob sich der Aufwand lohnt, den die Philosophin Susana Monso betreibt, wenn sie die Wissenschaft von Tod und Sterben bei Mensch und Tier penibel betreibt. Was können wir vom Opossum lernen, das sich überzeugend totstellen kann, von Delphinen und Elefanten, die sterbenden Artgenossen helfen? Monso jedenfalls hat ihr Instrumentarium im Griff, Begriffe und Bedingungen, wenn sie rührende Geschichten erzählt, versichert Lenzen. Das Verhältnis zum Tod bei Mensch und Tier kann die Autorin zwar sachlich und mit Sorgfalt herausarbeiten. Doch die abschließende Erkenntnis, dass beide ein recht unterschiedliches Verständnis vom Tod haben, erscheint Lenzen doch etwas wenig.
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