Susan Neiman (Hg.), Michael Wildt (Hg.)

Historiker streiten

Gewalt und Holocaust - die Debatte
Cover: Historiker streiten
Propyläen Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783549100509
Kartoniert, 368 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Mit Beiträgen von Omer Bartov, Yehuda Bauer, Sebastian Conrad, Mischa Gabowitsch, Mario Keßler, Sami Khatib, Volkhard Knigge, Per Leo, Eva Menasse, A. Dirk Moses, Susan Neiman, Jan Philipp Reemtsma, Ingo Schulze, Michael Wildt, Fabian Wolff und Benjamin Zachariah. Erneut steht die Frage im Raum: War der Holocaust ein singuläres Ereignis, und wie unterscheidet er sich von anderen Völkermorden? Heute geht es nicht mehr um den Vergleich mit den stalinschen Gräueln wie noch beim ersten Historikerstreit 1986/87. Das drängende Problem der Gegenwart ist: Wie kann eine Gedenkkultur aussehen, die auch die lange verdrängten deutschen Kolonialverbrechen einbezieht?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.10.2022

Wer einen guten Überblick über den Stand des "Historikerstreits 2.0" sucht, ist mit diesem Band gut bedient, versichert Rezensent Arno Widmann. Es geht grob gesagt um die Frage, ob der Holocaust als Verbrechen einzigartig war, oder ob er in eine Reihe mit Kolonialismus, Stalinismus und anderen großen Menschheitsverbrechen gehört. Die Vorstellung, dass der Holocaust einzigartig war, ist jedenfalls nicht das Ergebnis vergleichender Genozidforschung, meint Widmann. Die Idee kam eigentlich erst in den Achtziger Jahren auf, so Widmann, weil nur so eine Wiedervereinigung von Europa akzeptiert werden konnte: die Deutschen waren "radikal böse" gewesen, ein Aufrechnen von Gräueltaten kam somit nicht in Betracht. Steile These von Widmann, über die man diskutieren kann. Aber dazu soll der Band ja auch taugen.

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