Susan Kreller

Pirasol

Roman
Cover: Pirasol
Berlin Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783827013415
Gebunden, 288 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Zwei alte Damen leben in der Papierfabrikantenvilla "Pirasol": Die scheue Gwendolin ist 84 Jahre alt, Witwe und Alleinerbin des Hauses, Thea ist fünfzehn Jahre jünger und verfolgt einen eigenen Plan. Als man den vom Vater verstoßenen und seit drei Jahrzehnten verschollenen Sohn Gwendolins in der Stadt gesehen haben will, versucht Thea, ihren Einfluss zu sichern und vollends das Regiment im Haus zu übernehmen. Für Gwendolin der Auslöser, sich zu erinnern: an eine Berliner Kindheit während der Zeit des Nationalsozialismus, an den Verlust der Eltern und das eigene Überleben, an einen neuen Anfang mit dem despotischen Papierkönig Willem, einen Brandanschlag und schließlich an die Verbannung des gemeinsamen Kindes. Am Ende lernt Gwendolin, allen Widrigkeiten etwas entgegenzusetzen - sich selbst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2017

Dieser Roman ist der Beweis, dass die bekannte Kinderbuchautorin Susan Kreller auch grandios für Erwachsene schreiben kann, versichert Rezensent Tilman Spreckelsen. Gebannt liest der Kritiker die in drei Handlungssträngen und auf drei Zeitebenen erzählte Geschichte der verwitweten achtzigjährigen Rentnerin Gwendolin, die im Krieg aufwuchs, eine Ehe mit einem Papierfabrikanten führte und deren Sohn, dreißig Jahre nachdem er die elterliche Papierfabrik angezündet hat, plötzlich wieder in der Stadt auftaucht. Großartig, wie Kreller die Wahrnehmungen, Erinnerungen und Assoziationen ihrer Heldin zu einem schillernden "Tableau" zusammensetzt, lobt der Rezensent, der hier Form und Inhalt aufs Schönste vereint sieht: Zwischen "Ruhe und leichter Nervosität" funkelt die Sprache, lobt Spreckelsen, dem die ein oder andere "synästhetische" Beobachtung geradezu poetisch erscheint. Ein virtuoser Familienroman, der auch tiefe Einblicke in die Bundesrepublik der Siebziger Jahre gewährt, schließt der Kritiker.