Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger. In Garmans Straße wohnen ganz normale Leute. Nur ein Alter, der Briefmarkenmann, ist ein bisschen unheimlich. Der ehemalige Postbote vergräbt sich in dem Haus mit dem verwilderten Garten. Die Leute erzählen Geschichten von seinem Keller, in dem sich alte Briefe bis unter die Decke stapeln. Garman interessiert aber nur der Garten, mit Pflanzen wie der Hundsblume, die er gern für sein Herbarium hätte. Er braucht lange, bis er sich in den Garten traut. Doch dort erlebt er eine Überraschung: Der Alte ist zwar ein bisschen komisch, aber böse ist er nicht. Ein phantasievolles Bilderbuch darüber, wie Vorurteile sich in Luft auflösen können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2011
Den Gang in den Garten einmal nicht als Sünde, sondern als Weg ins Geheimnis des kindlichen Reifens erfährt der Rezensent in diesem Bilderbuch von Stian Hole. Was Fridtjof Küchemann daran am meisten fasziniert, ist die erzählerische und gestalterische Kunst des Autors, beide, wie er schreibt, sich auf höchstem Niveau. Dass Hole Fotografie und digitale Bildbearbeitung nutzt, um zu seinen dynamischen, Illustrationen voll kurioser Einzelheiten zu gelangen, findet Küchemann prima. Nicht zuletzt, da es dem Autor im Verein mit einem von Küchemann hochgelobten Gespür für die assoziative Wahrnehmung des Kindes gelingt, große Themen, wie Freundschaft, Feigheit, Größe unpathetisch zu fassen.
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