Steven Uhly
Death Valley
Roman

Secession Verlag, Zürich 2025
ISBN 9783966391269
Gebunden, 284 Seiten, 22,00 EUR
ISBN 9783966391269
Gebunden, 284 Seiten, 22,00 EUR
Klappentext
Ein gewisser Steven Uhly, seines Zeichens eingefleischter Menschenfeind, der versucht,es nicht zu sein, erfährt vom tödlichen Absturz seiner Mutter im kalifornischen Death Valley. Er macht sich auf den Weg von Deutschland nach Las Vegas und weiter mit dem Auto quer durch das Tal des Todes, um seine Mutter zu beerdigen. Zeitgleich fährt der Sohn ihres Lebensgefährten, ein gewisser Hans Butt, an denselben Ort - denn das Paar ist gemeinsam abgestürzt. Da kein Testament existiert, ist fraglich, welcher der beiden Söhne das heimliche Wettrennen zurück ins elterliche Haus gewinnt, das tief in der Eifel liegt und voller wertvoller Antiquitäten und heimlich versteckter Goldbarren stecken soll. Doch zunächst müssen sich die beiden ungleichen Söhne dem Amerika von Donald Trump stellen. Sie erleben absurde Situationen, werden in politische Intrigen verwickelt und wissen manchmal nicht mehr, wie ihnen geschieht.Und wie ganz nebenbei zaubert der Autor dem Leser Fragen darüber vor Augen, ob das, was er da liest, nun Autofiktion ist oder eben nicht und ob er lachen darf angesichts dessen, was da nun wirklich geschieht oder frei erfunden sein mag. Wieder einmal reißt uns Steven Uhly mit in sein virtuoses und höchst unterhaltsames Spiel aus Finten und Fährten und er stellt Fragen nach Wahrheit und Lüge und vorschnellen Urteilen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2025
Einen starken Roman über Amerika in der Trump-Ära legt Steven Uhly Rezensent Majd El-Safadi zufolge vor. Die Hauptfigur ist ein misanthropischer Deutscher namens - ebenfalls - Steven Uhly, der aus Deutschland in die USA reist, weil dort seine Mutter und deren Partner Gerd gestorben sind. Als weitere wichtige Figur taucht ein gewisser Hans Butt auf, der Sohn Gerds, der Anspruch auf das Erbe erhebt und mit dem sich der fiktionale Uhly auch in politischer Hinsicht zofft. Denn Butt kann einiges mit dem Trumpismus anfangen, der Roman-Uhly, der als narzisstischer Hau-Drauf gezeichnet wird, hingegen nicht. Was den Kritiker allerdings besonders für den Roman einnimmt, ist Uhlys Kunst, den Leser immer wieder mit "scharfzüngigen" Beobachtungen zu verunsichern - und den Blick der Europäer auf das immer fremder werdende Amerika brillant einzufangen.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 01.09.2025
Dieser neue Roman von Steven Uhly gründet kurzerhand sein eigenes Genre, hält Rezensent Maximilian Mengeringhaus fest: "Autofaketion" statt Autofiktion. So richtig wissen wir nämlich nicht, inwieweit der namensgleiche Protagonist mit dem Autor identisch ist. Er reist nach Amerika, weil seine Mutter und ihr Lebensgefährte dort zu Tode gekommen sind, will zuerst da sein, um seinem Bruder eins auszuwischen und verhält sich dabei nicht immer sympathisch: Sich selbst bezeichnet er als "Fressopportunist", der noch das scheußlichste amerikanische Fastfood wegspachtelt, die USA sind für ihn vor allem geprägt durch die "spiegelglatte Oberflächenästhetik" ihrer Konsumkultur, wie Mengeringhaus erzählt. Uhlys Trip erinnert ihn an Dantes Inferno, jedenfalls geht es auch hier ziemlich düster zu und der Protagonist geißelt sich am laufenden Band selbst. Manchmal ist diese Düsternis etwas zu viel des Guten, insgesamt findet der Kritiker das Buch aber sehr lesenswert.
Kommentieren
