Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt. Ein Mercedes S 600 - "zwei Tonnen deutsche Ingenieurskunst" - rast in eine Menschenmenge. Es gibt viele Todesopfer, der Fahrer entkommt. Der Wagen wird später gefunden. Auf dem Beifahrersitz liegt eine Clownsmaske, das Lenkrad ziert ein grinsender Smiley. Monate später meldet sich der Massenmörder und droht ein Inferno mit Tausenden Opfern an. Stephen King, der Meister des Schreckens, verschafft uns in Mr. Mercedes beunruhigende Einblicke in den Geist eines besessenen Mörders bar jeglichen Gewissens.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.11.2014
Für Willi Winkler ist Brady Hartsfield, der Bösewicht in Stephen Kings neuem Buch "Mr. Mercedes", eine der besten Horrorgestalten, die der Autor sich je ausgedacht hat, er ist das personifizierte Böse, das unter uns weilt, die ideale Verkörperung des klassischen King-Konzepts also, erklärt der Rezensent. Auf seine Spur setzen sich der pensionierte Polizist Bill Hodges, ein genialer schwarzer Siebzehnjähriger und eine verhaltensgestörte Mittvierzigerin, ein Trio also, das Ironie vermuten lassen könnte, würde Hartsfield nicht das ganze Buch hindurch so unglaublich ernsthaft weitermorden, so Winkler. King hat "Mr. Mercedes" James M. Cain gewidmet, einem der weniger bekannten hard-boiled Meister, was sich sogar im Schreibstil niederschlägt, verrät der Rezensent: der normalerweise wortreiche King meidet hier in Cain'scher Manier Adjektive um jeden Preis, erklärt Winkler.
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