Ganz Berlin liegt in den Armen der Mafia. Berlin ist eine Frau. Berlin hat eine Stimme. "Schnauze, jetzt rede ich!" Diese Stimme gehört Nina. Nina verbündet sich mit der Metropole, nimmt Witterung auf und Impressionen, gibt Straßenlärm und Sphärenmusik wieder, fügt sich übergangslos in das tausendfältige Stadtbild ein. Nina verliebt sich. Sie verschmilzt mit Thanh, Zigarettenschwarzhändler aus Vietnam. Thanh tarnt sich, ein urbaner Raubritter von flüchtiger Gestalt. Nina lässt sich buchstäblich auf ein Spiel mit dem Feuer ein. Sie vereint sich mit Thanhs Auftraggeber, dem mythischen Ninja, Verkörperung des Bösen in profanen Zeiten. Die vollkommene Entgrenzung kann beginnen ... Nina träumt. Auf die Gefahr hin, schweißgebadet aufzuwachen.
Brigitte Werneburg ist der Roman irgendwie sympathisch: nach jedem Kritikpunkt flicht sie ein Lob ein. So missfällt ihr der erzählerische overkill, nachdem das Böse in die Handlung eingestiegen ist, weil die "Ruhepausen" wegfallen, die Maus mit seinem "Talent für Bilder" gefüllt hat. Auch wenn in dem Roman mit Slogans und Slangs "geklotzt" wird, gibt es doch "immerhin einen Moment", in dem sich "Entsetzen" einstellt. Werneburg macht als Vorbild des Autors den Schriftsteller Walter Serner aus, was sie keineswegs übel nimmt. Alles in allem würde sie lieber dieses Buch kaufen, als das Geld für "einen amerikanischen Kinoabend im Mainstreamformat" hinzublättern.
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