Stephan Bierling

Vormacht wider Willen

Deutsche Außenpolitik von der Wiedervereinigung bis zur Gegenwart
Cover: Vormacht wider Willen
C. H. Beck Verlag, München 2014
ISBN 9783406667664
Gebunden, 304 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Deutschlands Rolle in Europa und der Welt hat sich seit dem Ende des Kalten Kriegs dramatisch gewandelt. Zahlreiche Umwälzungen und Gefahren zwingen die Bundesrepublik seither, ihre traditionelle Zurückhaltung aufzugeben und mehr Führung zu übernehmen. Stephan Bierling schildert und analysiert die Herausforderungen, mit denen die deutsche Außenpolitik in den letzten 25 Jahren umzugehen hatte: die Militäreinsätze auf dem Balkan und in Afghanistan, die Stabilisierung der östlichen Nachbarstaaten, das zunehmend schwieriger werdende Verhältnis zu den USA und vor allem die europäische Integration, die durch die Euro-Krise gefährdet ist. Sein Buch ist eine Einführung für jeden, der sich mit den Grundlagen der deutschen Außenpolitik in der Gegenwart vertraut machen will.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.10.2014

Mit Stephan Bierlings neuem Buch "Vormacht wider Willen" geht Rezensent Rainer Stephan hart ins Gericht. Zunächst einmal wirft der Kritiker dem Regensburger Politikwissenschaftler vor, seinem Untertitel "Deutsche Außenpolitik von der Wiedervereinigung bis zur Gegenwart" nicht gerecht zu werden, da er sich im Wesentlichen ausschließlich mit Deutschlands Rolle innerhalb des transatlantischen Bündnisses befasse. Und dann erfährt der Rezensent hier auch noch wenig Neues, findet keine Hintergründe und vermisst Detailliertes zu Deutschlands Rolle beim Klimaschutz oder zu den Wirtschaftsbeziehungen zu Asien, Afrika, Lateinamerika oder dem Mittleren Osten. Zunehmend verärgert stellt Stephan fest, dass Bierling lediglich die Kanzler, ihre Außenminister und ab und an Finanzminister auftreten lässt, den Großteil der Akteure aber schlichtweg ignoriert. Auch bemängelt der Kritiker das Fehlen von Struktur und Methode; und wenn er schließlich ahnt, dass Bierling in der deutschen Außenpolitik nach 1945 "Nationale Alleingänge, militärische Macht, Drohpolitik und Dominanzstreben" vermisst, kann der Rezensent seinen Ärger kaum noch bändigen.
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