Zu allen Zeiten haben Herrscher und Politiker Rat bei Astrologen oder Hellsehern gesucht. Bis in unsere Tage gibt es Entscheidungsträger, die neben ihren offiziellen Beratern auch auf diesem Wege Hilfe suchen: Breschnew und seine Dschuna , François Mitterand und Elisabeth Teissier, aber auch Ronald Reagan und Konrad Adenauer stehen hierfür als bekannte Namen. Doch im Allgemeinen gilt das Thema als tabu. Das war in früheren Jahrhunderten nicht so. Da fragten Pharaonen, Kaiser und Könige nach dem Rat der Sterne. Gute oder schlechte Vorzeichen für politische bzw. militärische Vorhaben waren Staatsangelegenheit. Regieren heißt Vorhersehen: Nach diesem Satz eines französischen Journalisten haben Politiker immer gegenüber ihren Konkurrenten und Feinden einen Wissensvorsprung zur erlangen versucht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.01.2012
Bernd Eilert haut tüchtig drauf auf Buch und Autor. Beschränkt nennt er Stephan Berndt und ausgestattet mit der stilistischen Brillanz eines Sekundenaufsatzschreibers, der die "Schwallmauer" bei jeder Gelegenheit durchbricht. Dass des Rezensenten Interesse an okkulten Themen etwa so groß ist wie das an katholischer Liturgie ist das eine. Dass es dem Autor nicht gelingt, einen eigenen Standpunkt zu formulieren, solide Kenntnisse zu vermitteln und dem Leser sein Erkenntnisinteresse zu vermitteln, ist das andere. Verschwörungstheoretiker wie Berndt, der Meinungen für Tatsachen hält, muss man nicht lesen, findet Eilert.
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