Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2011
Erkenntniswertes bietet das Buch offenbar eher wenig, dafür hat der Autor Steffen Radlmaier viel Zusammenhangloses in eine lesbare Form gebracht, indem er Becketts Tagebucheinträge zu seiner Bayern-Zeit (die weiters unter Verschluss liegen) mit einigen seiner Briefe kombiniert und die für Beckett recht quälende Reise rekonstruiert hat. Bernd Noack scheint's dem Autor zu danken, wenn auch nicht überschwänglich. Immerhin entdeckt er erste Ansätze zu Becketts Lebensthema der scheiternden Sprache und weiß nun, dass der aufziehende Faschismus den jungen Iren ordentlich abgestoßen, ansonsten aber nicht sonderlich interessiert hat, dass er damals ziemlich desorientiert und die Bayern ihm ein Graus gewesen sein müssen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.02.2011
Einen richtigen Glücksfund bejubelt Thomas Senne in Steffen Radlmaiers Spurensuche zu Samuel Becketts Reise durch Bayern, mit der der irische Schriftsteller seine Deutschlandreise zwischen 1936 und 1937 beschloss. Da der rechteinhabende Neffe Becketts eine Veröffentlichung der Tagebücher dieser Reise untersagte, sind diese nur für Fachleute einsehbar, lässt der Rezensent wissen. Radlmaier zitiert aus ihnen, aus Briefen und Sekundärliteratur und schließlich auch aus dem Werk und vermittelt so ein äußerst plastisches und faszinierendes Bild von Becketts Reiseeindrücken, lobt Senne. Da der spätere Nobelpreisträger, der sich zur Zeit der Reise in einer Krise befand, gut Deutsch sprach, findet sich in seinen Aufzeichnungen so manches deutsch-englische Bonmot, an dem sich der Rezensent nicht wenig ergötzt hat. Zudem wird deutlich, wie und wo diese Reise sich auch im Oeuvre des Schriftstellers niedergeschlagen hat, so Senne gefesselt, der den Band zur Pflichtlektüre für Beckettfreunde erklärt.
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