Stefano Mancuso

Die Intelligenz der Pflanzen

Cover: Die Intelligenz der Pflanzen
Antje Kunstmann Verlag, München 2015
ISBN 9783956140303
Gebunden, 188 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Christine Ammann. Ohne die Pflanzen, die uns mit Nahrung, Energie und Sauerstoff versorgen, könnten wir Menschen auf der Erde nicht einmal Wochen überleben. Merkwürdig eigentlich, dass sie trotzdem lange als Lebewesen niederer Ordnung galten, knapp oberhalb der unbelebten Welt. Erst seit kurzem erkennt die Forschung, was schon Darwin vermutete: dass Pflanzen trotz ihrer (scheinbaren) Unbeweglichkeit über stupende Fähigkeiten verfügen, ja über Intelligenz. Denn außer den fünf Sinnen des Menschen besitzen sie noch mindestens 15 weitere, mit denen sie nicht nur elektromagnetische Felder erspüren und die Schwerkraft berechnen, sondern zahlreiche chemische Stoffe ihrer Umwelt analysieren können. Mit Duftstoffen warnen sie sich vor Fressfeinden oder locken Tiere an, die sie davon befreien; über die Wurzeln bilden sie riesige Netzwerke, in denen Informationen über den Zustand der Umwelt zirkulieren.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.03.2015

Von der Liebe des Botanikprofessors Stefano Mancuso zu seinem Gegenstand lässt sich Rezensentin Annette Jensen gerne anstecken: Sehr einfühlsam und nach Ansicht der Kritikerin auch sehr plausibel unterfüttert Mancuso hier seine These von der eigenförmigen Intelligenz der Pflanzen, die ganz verblüffende Verhaltensstrategien und Kommunikationsweisen entwickelt haben. Dazu führt die Kritikerin einige ohne weiteres erstaunliche Beobachtungen näher aus - beispielsweise erkennen einige Pflanzen ihre Artgenossen und verhalten sich beim gemeinsamen Wurzelschlagen entsprechend kooperativ -, macht dabei aber auch kenntlich, dass die Erforschung dieser Phänomene noch aussteht. Versteht man unter Intelligenz "die Fähigkeit, Probleme zu lösen", so lege dieses Buch die Ansicht nahe, dass auch Pflanzen intelligente Wesen seien, schließt die faszinierte Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.03.2015

Julia Weigl referiert recht sachlich, was sie in diesem populärwissenschaftlichen Buch des italienischen Biologen Stefano Mancuso über die Pflanzenwelt gelernt hat: Dass Pflanzen intelligent seien, über alle fünf Sinne verfügten, über chemische Signale miteinander kommunizieren könnten und seit Urzeiten unterschätzt würden. Schon Darwins Arbeiten im Bereich der Botanik seien nie wirklich anerkannt worden. Allerdings verweist Weigl auf die Kritik, die sich Mancuso mit seiner größzügigen Bestimmung des Begriffs Intelligenz von seinen Kollegen zugezogen hat, wonach schon die Fähigkeit reiche, Probleme zu lösen. Weigl selbst enthält sich eines Urteils.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2015

Wovon soll sich ein zu Mitleid fähiger Veganer, der dieses Buch gelesen hat, noch ernähren? Joachim Müller-Jung versichert in seiner Rezension, dass nach diesem Buch einiges dafür spricht, auch Pflanzen als fühlende Wesen zu betrachten, so dass es, wie in der Schweiz, einer "Ethikkommission für Biotechnologie im Außerhumanbereich" bedürfen könnte. Alle fünf Sinne des Menschen, so erfährt Müller-Jung, haben die Pflanzen sowieso, aber dazu noch zehn weitere wie etwa für die Nutzung elektromagnetischer Felder zur Wurzelorientierung. Gewiss: Die Intelligenz der Pflanzen ist keine individuelle, sondern einer vernetzte - aber dafür hatten sie auch Hunderte von Millionen Jahren mehr Zeit, diese Intelligenz zu entwickeln als wir mit unserem kümmerlichen Hirn. Das Buch sei im Ton durchaus heiter, konstatiert Müller-Jung erleichtert, der in der Pflanzenethik am Ende dann auch nicht ganz so weit gehen will wie der Autor des Buchs.
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