Stefan Schomann

Vom Wesen der Flüsse

Cover: Vom Wesen der Flüsse
Galiani Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783869713083
Gebunden, 368 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Mit Illustrationen von Moni Port. Sie sind Lebensadern und Geheimnisträger, Grenzscheiden und Handelswege, Wasserreservoire und Kraftorte. Sie bringen Fruchtbarkeit wie Zerstörung, wecken namenloses Unbehagen wie zehrende Sehnsucht. Auch wenn die meisten Flüsse heute bekannt, schiff- oder paddelbar sind: Die Faszination für sie und ihre Geschichten ist ungebrochen. Stefan Schomann ist jahrelang auf und an Flüssen gereist, von mächtigen Strömen wie dem Amazonas bis zur beschaulichen Hase im Emsland. Er taucht in die Quelle der Sorgue, raftet im Himalaja, erkundet die Karsthöhlen, die die Reka gegraben hat, begleitet einen Seenotretter im südafrikanischen Pondoland und einen Vogelflüsterer am chinesischen Nu Jiang. Er frönt einigen der letzten Urlandschaften der Erde, durchstreift jedoch auch mythologische Gefilde und widmet sich den Flüssen des Paradieses ebenso wie denen des Totenreichs. Seine Erzählungen mäandern und strömen. Er sucht das Wesen des Wassers zu ergründen und sondiert weltweit Beispiele für einen zeitgemäßen Umgang mit Natur. Voller Neugier verweilt er bei den Menschen, die an den Ufern leben. Und so bekommt man größte Lust, es ihm gleichzutun und fortzureisen an den nächsten Fluss - oder in weite Ferne.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 09.11.2024

Ein äußerst einnehmendes Beispiel für gelungene Reiseliteratur hat Rezensentin Susanne Billig mit Stefan Schomanns Buch vor sich: Er hat zwischen Colorado River und dem Nu Jiang in China etliche Flusslandschaften bereist, die Moni Port locker sprudelnd illustriert hat. Auch Spree und Düssel erfahren eine Betrachtung, in der sich Natur und Kultur, Forschungsergebnisse und sensible Betrachtungen vermischen, so Billig. Ihr gefällt auch der Metaphernreichtum Schomanns, für den der Missisippi ein sich windendes Reptil ist und in Flussläufe eingreifende Bagger zu "riesigen Gottesanbeterinnen" werden. Einige als rassistisch interpretierbare Sätze hätte der Verlag besser rauslektorieren sollen, befindet die Kritikerin, ansonsten ist sie sehr zufrieden, auch mit der Entscheidung, die Typografie blau zu gestalten.
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