Herausgegeben von Carlo Moos. Dem in der Zwischenkriegszeit für die schweizerische Außenpolitik zuständigen Bundesrat Motta war die Pflege guter Beziehungen zu Mussolinis faschistischem Italien ein ganz besonderes Anliegen. Entsprechend bedeutungsvoll war deshalb die Neubesetzung des Gesandtenpostens in Rom. Dorthin ordnete der Bundesrat anfangs 1936 Paul Ruegger ab. Wie hat Ruegger den diplomatischen Alltag bewältigt? Wie hat er auf die italienische Politik, die italienisch-schweizerischen Beziehungen und die internationale Politik reagiert? Wie hat er seine Eindrücke nach Bern an den zuständigen Bundesrat weitergegeben? Welche Beziehungen bestanden zwischen der italienischen und schweizerischen Presse und welche Folgen hatte dies für seine Amtstätigkeit? Diese Studie untersucht die Tätigkeit Paul Rueggers in Rom, der in Italien wohlwollend empfangen, Anfang 1942 jedoch vom durch den Krieg gebeutelten faschistischen Regime zur persona non grata erklärt wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2006
Kurz fasst sich Paul Stauffer in seiner Rezension dieses Bandes von Stefan Glur. Attestiert er dem Autor einerseits "umfassende Archivrecherchen" zu Paul Ruegger, so kann er andererseits doch nur feststellen, dass die so zutage geförderten Ergebnisse "teilweise schon seit geraumer Zeit bekannt" waren: Ruegger, der Schweizer Gesandte in Rom 1936-1942, war nicht etwa ein feuriger Kritiker Mussolinis. Er fiel aus anderen Gründen in Ungnade. Die nichtsdestotrotz "informative Arbeit" hinterlässt beim Rezensenten den Eindruck, dass Ruegger den Rausschmiss aus Italien nur schwer verwunden und den Anteil dieser Demission an seiner Nachkriegskarriere als IKRK-Präsident nie verstanden hat.
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