Aus dem Englischen von Wolfgang Müller. November 1944. Das Deutsche Reich steht vor der Niederlage. In einer Großoffensive setzt es seine modernste Waffe ein - die V2. Tausende dieser ballistischen Raketen mit schwerem Sprengkopf werden auf England abgeschossen. Radar und Aufklärer können sie nicht orten - wie aus dem Nichts stürzen sie mit Überschallgeschwindigkeit auf London herab. Der Ingenieur Rudi Graf hat mit seinem Freund Wernher von Braun einst davon geträumt, einmal eine Rakete zum Mond zu schicken. Jetzt findet er sich im besetzten Holland wieder, wo er die technische Aufsicht über die Abschüsse hat. Vom Krieg ist er längst desillusioniert. Inzwischen ermittelt gar ein NS-Führungsoffizier wegen Sabotageverdacht gegen ihn. Kay Caton-Walsh, Offizierin im Frauenhilfsdienst der britischen Luftwaffe, entkommt einem V2-Einschlag nur knapp. Als kurz darauf 160 Menschen von einer der Raketen getötet werden, vor allem Frauen und Kinder, meldet sie sich freiwillig zu einer lebensgefährlichen Mission. Zusammen mit Kameradinnen wird sie im befreiten Belgien abgesetzt. Dort sollen sie die mobilen Startplätze ausfindig machen und zerstören. Das Schicksal wird Kay und Rudi schließlich aufeinandertreffen lassen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.10.2020
Irgendwie amüsiert hat sich Rezensent Felix Stephan mit diesem Roman wohl schon - obwohl seine Ausführungen sich ein bisschen lesen wie die versierte Kritik eines routinierten Romans. Harris ist ein Spezialist für Fiktionen in einem historisch exakten Setting, so Stephan. Hier nun geht's um die V2-Rakete, mit der Hitler, als er den Krieg schon fast verloren hatte, London zu bombardieren versuchte, was kaum klappte, weil die Raketen meist daneben trafen. Eine englische Offizierin kommt vor und ihr deutscher Widerpart. Sie scheinen sich einmal zu begegnen, die eigentliche erotische Ausstrahlung aber geht nach Stephan von der Rakete aus. Am Ende geht Hitlers Krieg wenig überraschend verloren.
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