Solrun Michelsen

Tanz auf den Klippen

Roman
Cover: Tanz auf den Klippen
Unionsverlag, Zürich 2015
ISBN 9783293004825
Gebunden, 180 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Färöischen von Inga Meincke. Zwei Mädchen in einem Dorf auf einer abgelegenen Insel. Sie wachsen auf in einer archaisch wirkenden Welt, in zwei Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten, umgeben von abgekämpften, rebellierenden Arbeitern, skurrilen Außenseitern und eigensinnigen Wirrköpfen, die in der harschen Realität ihren Weg gehen. Jahre später treffen sie sich als junge Frauen wieder: Die eine als Studentin auf der Suche nach ihrem Weg ins Leben, die andere als rätselhafte, mit den Männern spielende Schönheit.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 01.08.2015

Klaus Böldl fühlt sich mit Sólrún Michelsens schmalem Roman auf die Färöer Inseln versetzt. In eine Kindheitswelt eines Fischerdorfes, die der Text laut Rezensent in kurzen Episoden, mit fantastischen Bildern und einer spröden und zugleich leuchtenden Sprache entwirft. Die Poesie dieser Erinnerung wird zwar gegen Ende des Romans von einer den Rezensenten nicht überzeugenden Pointe relativiert, bemerkenswert erscheint Böldl das Buch aber dennoch, schon weil es mit der rasanten Entwicklung der Inseln zur Industrienation ein Grundthema der relativ jungen färöischen Literatur behandelt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.07.2015

Nur selten gelingt einem literarischen Werk von den Färöer-Inseln der Sprung in die Welt, verkündet Rezensent Karl-Markus Gauß, der gleich drei Werke aus dieser Inselgruppe im Nordatlantik vorstellt. Er freut sich besonders über die deutsche Übersetzung von Solrun Michelsens Roman "Tanz auf den Klippen". Entsprechend neugierig streift er durch die raue Natur des hier beschriebenen, wie aus der Zeit gefallenen Ortes, erlebt zwei junge Mädchen beim Heranwachsen - die eine wohlbehütet, die andere als Gefangene bei asozialen Eltern aufgewachsen - und wundert sich wie sexuell freizügig und zugleich herzlos-brutal es in Michelsens Kindheitsroman zugeht. "Lakonisch-poetisch" und vor allem im ersten Teil atmosphärisch-dicht,  lobt der Kritiker, der auch das Nachwort mit Gewinn gelesen hat.