Aus dem Dänischen von Wolfgang Th. Recknagel. In Nordostgrönland stranden die Männer, die die Nase voll haben von Europa und seiner Zivilisation. Valfred, der bärbeißige, verschlafene Schlachter, Anton, der gerade sein Abitur in der Tasche hat, Fjordur, der raubeinige Isländer, der kultivierter Graf, der selbst im hohen Norden seinen Wein anbaut, und all die anderen Jäger und Fänger: Jeder ist auf seine Art eigensinnig und liebenswert. Jörn Riel erzählt, wie man in diesem Land der atemberaubenden Naturschönheiten seinen ersten Eisbär fängt, in der Ödnis eine Funkstation errichtet oder sich auf einem Eisberg durch die Fjorde treiben lässt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.04.2002
In den Geschichten des dänischen Schriftstellers Jorn Riel bekommt der Leser es mit "höchst eigenwilligen Persönlichkeiten" zu tun, verkündet Rezensentin Christine Holliger. Darin geht es um Robbenfänger, Fallensteller, Jäger, Ärzte, Grafen und Skipper, die sich freiwillig in einem "utopischen Grönland" der 50er Jahre niedergelassen haben. Allen gemeinsam sei die Zuspitzung auf eine Pointe, ihre Auflösung in Witz und Komik und die Bewahrung eines "freundlichen und humorvollen Menschenbildes", schwärmt die Rezensentin. Das wundert sie auch nicht, denn schließlich hatte der 1931 geborene Riel selbst eine außergewöhnliche Lebensgeschichte auf: In den Jahren 1951 bis 53 nahm er an einer Grönlandexpedition teil, lebte fortan zehn Jahre in Nordostgrönland, dann im Mittleren Osten und Pakistan, reiste durch Afrika, Asien und das arktische Kanada und lebt nun in Kuala Lumpur, informiert Holliger.
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