Simon Baron-Cohen

Vom ersten Tag an anders

Das weibliche und das männliche Gehirn.
Cover: Vom ersten Tag an anders
Walter Verlag, Düsseldorf - Zürich 2004
ISBN 9783530421743
Gebunden, 332 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Maren Klostermann. Warum reden Frauen leidenschaftlich gern mit Freundinnen über Beziehungen, während Männer lieber am Computer sitzen? Frauen und Männer sind vom ersten Tag an anders, behauptet der Psychologe Simon Baron-Cohen; bereits im Mutterleib werden ihre Gehirne aufgrund unterschiedlicher Hormonkonzentrationen unterschiedlich programmiert. Während das Gehirn von Frauen von Natur aus auf Einfühlung ausgerichtet ist (Gehirntyp E), ist dem Gehirn von Männern die Gabe angeboren, die Welt systematisch und analysierend begreifen zu wollen (Gehirntyp S). Anhand von vielen faszinierenden Fallbeispielen aus Hirnforschung und Biologie belegt Baron-Cohen, wie die beiden fundamental unterschiedlichen Gehirntypen aufgebaut sind. Außerdem präsentiert er eine revolutionäre Theorie zur Entstehung des Autismus, nach seiner Überzeugung eine Extremform des typisch männlichen Gehirns.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.02.2004

Der britische Psychologe Simon Baron-Cohen hebt den "Graben" zwischen Mann und Frau in seinem neuen Buch tiefer aus, meint Rezensentin Eugenie Bott: Schon vor der Geburt werden, so der Autor, zwei unterschiedliche Gehirntypen, der emphatische und der systematisierende Typ, geprägt. Wenngleich diese "kaum variiert" die traditionellen Klischees - die Männer seien "kriegerischer" und "machtgeiler", die Frauen "sanfter" und "harmonischer" - reproduzieren, stellen sie für die Rezensentin eine "aufregende wissenschaftliche Entdeckung" dar. Dabei geht es Baron-Cohen jedoch nicht um eine neue vorgeburtlich verankerte "Gefangenschaft" im Geschlechtsunterschied, meint Bott, sondern vor allem um mehr "Toleranz für grundlegende geschlechtsspezifische Unterschiede". Zudem ist die Prägung "modifizierbar" und es gibt heute, so der Autor, "eine Menge individueller Gehirne, ausgewogene Exemplare, die beide Typen aufweisen". Somit gelingt es dem Psychologen, den Graben auszuheben ohne ihn zu zementieren, und seine Ergebnisse "der ohnedies vorhandenen gesellschaftlichen Realität" anzupassen, meint Bott.

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