Eigentlich ist die Nachtigall ein unscheinbarer kleiner, brauner Vogel. Von Aussehen, Gewicht, Verhalten absoluter Durchschnitt. Doch wenn die Männchen in lauen Frühlingsnächten zu singen anfangen, dann schlagen die Herzen der Verliebten ebenso höher wie die der Ornithologen. Denn der Gesang der Nachtigall ist alles andere als Durchschnitt und stellt in seiner Komplexität mit sage und schreibe zweihundert verschiedenen Strophentypen den anderer Singvögel komplett in den Schatten. Doch was singt die Nachtigall eigentlich und warum? Und was sahen Generationen von Dichtern und Komponisten in ihrem Gesang? Die Biologin Silke Kipper beforscht die Nachtigall seit mehr als zwanzig Jahren, sie hat unzählige Frühlingsnächte lauschend in Berliner Parks verbracht und geht in ihrem Buch dem Nachtigallengesang und unserer Faszination daran auf den Grund.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2022
Rezensent Kai Spanke empfiehlt Liebhabern der Nachtigall das Buch der Biologin Silke Kipper. Über Verhalten und Gesang des Fliegenschnäppers lernt der Leser hier allerhand, versichert Spanke. Dass die Autorin ihr umfangreiches Wissen zudem witzig und ohne Längen zu vermitteln weiß, macht die Sache für Spanke noch besser. Mit überkommenen "moralischen Vorstellungen" zur Monogamie der Nachtigall räumt die Autorin allerdings auf, warnt Spanke.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.05.2022
Rezensent Volkart Wildermuth lernt allerhand über die Nachtigall in diesem Buch der Biologin Silke Kipper. Kipper, laut Kritiker "Nachtigall-Expertin" geht regelmäßig im Frühjahr nachts in den Berliner Treptower Park, um dem Gesang der Vögel zu lauschen und deren Verhalten zu erforschen. So erfährt der Rezensent hier, dass es Stimmduelle zwischen Nachtigallen gibt oder dass Männchen über hundert verschiedene Strophen beherrschen. Außerdem untersucht Kipper menschliche Projektionen auf die Nachtigall in Literatur und Kunst, fährt der Kritiker fort, der nach der Lektüre am liebsten gleich selbst zwitschernd in den Park gehen möchte. Die Illustrationen von Nils Hoff runden den Band perfekt ab, schließt er.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.05.2022
Rezensentin Sandra Danicke zeigt sich angetan vom Buch der Tierforscherin Silke Kipper, in dem sie die Ergebnisse ihrer jahrzehntelangen Forschung zur Nachtigall mitteilt. Begeistert gibt die Rezensentin Kippers kuriose Erkenntnisse weiter: So gehört die Nachtigall zu den Zugvögeln und ist ideal auf 60-stündige Flüge ohne Nahrung vorbereitet, dafür verkleinern sich dann auch mal ihre Organe. Und die Struktur der Gesangssequenz der Männchen erlaubt Rückschlüsse auf deren spätere Beteiligung bei der Jungtierfütterung. Angeregt von diesem "charmanten" Buch stellt sich der Rezensentin nur noch die Frage nach der kulturgeschichtlichen Bedeutung des kleinen Vogels und warum genau er als Inbegriff der literarischen Romantik auserkoren wurde.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…